Der Grund für die lange Pause

Sonntag, 4.Oktober 2009

Liebe Freunde,

die meisten von Euch haben es wohl eh schon vermutet – zumindest wurde ich in einigen Emails schon mehr oder weniger direkt darauf angesprochen, deshalb wollen wir es nun nicht länger geheimhalten. Der Grund dafür, dass ich derzeit schon so lange außer Gefecht bin, ist im Moment ungefähr so groß wie mein kleiner Finger, hat es sich in meinem Bauch gemütlich gemacht und wird voraussichtlich im April von dort in unsere weit geöffneten Arme umziehen. :-)

Trotz aller Freude darüber habe ich dennoch mit heftigen Übelkeitsattacken rund um die Uhr (von wegen morgens!) zu kämpfen, sodass mir im Moment nicht nach Bloggen (und auch nach sonst nichts) zumute ist. Ich denke, das könnt ihr mir nachsehen, und ich hoffe einfach, dass das bald vorbei ist, sodass ich hier wieder kräftig mitmischen kann!

Ich denke jedenfalls viel an Euch und freue mich über jedes nette Wort, das ich von oder bei Euch lese!

Liebe Grüße,

Mareike


Sichtfeldchen erzählt

Montag, 17.August 2009

Wenn Du heute bei uns anrufen würdest, dann würde Sichtfeldchen Dir (mit Mamas Hilfe) von ihrem tollen Erlebnis am Samstagnachmittag erzählen, und das würde dann so klingen:

Mama: Erzähl mal, worauf bist Du denn geritten?
Sichtfeldchen würde ihr Geräusch für „Pferd“ machen, das ich hier nicht verschriftlichen kann – sie pustet Luft durch ihre geschlossenen Lippen.
Mama: Genau, Du bist auf einem echten Pferd (Pony) geritten! Und wie hat das Pferd gemacht?
Sichtfeldchen: Hopp – hopp – hopp!
Mama: Und welche Farbe hatte das Pferd?
Sichtfeldchen: Weisssss!
Mama: Und was hast Du hinterher mit dem Pferd gemacht?
Sichtfeldchen: Ei – ei!
Mama: Und war das toll?
Sichtfeldchen: Ja.
Mama: Und sollen wir das bald mal wieder machen?
Sichtfeldchen jubelt: Jaaaaaaa! Meeeeehr… (Sie denkt kurz nach) Bitte!


So schmeckt der Sommer

Freitag, 7.August 2009

Ist der Sommer nicht herrlich? Nicht nur, dass ich bei Sonnenschein grundsätzlich bessere Laune habe und mich ausgeschlafener fühle als an einem grauen Tag (wem geht das nicht so?!) – nein, es ist viel mehr. Ein perfekter Sommervormittag ist es z.B., wenn ich mit Sichtfeldchen im neu erworbenen Fahrradsitz zum Bäcker und zum Obsthof radele, wo sie je einen Keks und eine Aprikose naschen darf, und wenn wir uns dann gemeinsam zu Hause auf der schattigen Terasse über die saftig-süßen Himbeeren hermachen, die wir gerade gekauft haben. Gestern waren es Erdbeeren, vorgestern ein großes Stück Wassermelone, am Tag davor Nektarinen – wir lieben es, da sind wir uns einig! Und mal ganz ehrlich, ist das nicht der Geschmack, der den Sommer ausmacht? Und der den einen oder anderen von Euch an die Sommerferien der eigenen Kindheit zurückdenken lässt…?


Mir aus der Seele gesungen…

Sonntag, 2.August 2009

Dieses zuckersüße zärtliche und einfach von Herzen wahre Lied habe ich vor einiger Zeit in meinem Lieblingsblog „Wer ist der Chef“ kennen gelernt, und ich möchte es unbedingt an Euch weitergeben. Nehmt Euch einfach mal die paar Minuten Zeit und hört es Euch in Ruhe an…

Was habe ich in all den Jahren ohne Dich eigentlich gemacht,
als Tage noch tagelang waren, wie hab ich sie nur rumgebracht?
Ohne Spielzeug zu reparieren, ohne den Schreck der Nerven zehrt,
ohne mit Dir auf allen Vieren durchs Haus zu traben als dein Pferd?

Keine ruhige Minute ist seitdem mehr für mich drin.
Und das geht so, wie ich vermute, bis ich hundert Jahre bin.

Du machst Dich heut in meinem Leben so breit dass ich vergessen hab,
was hat es eigentlich gegeben, damals als es Dich noch nicht gab ?
Damals glaubt’ ich alles zu wissen, bis du mir die Gewissheit nahmst,
Nie glaubt’ ich etwas zu vermissen, bis an den Tag, an dem du kamst.

Das Haus fing doch erst an zu leben seit Dein Krakeelen es durchdringt,
seit Türen knallen und Flure beben und jemand drin Laterne singt.
Früher hab ich alter Banause Möbel verrückt, verstellt, gedreht,
ein Haus wird doch erst ein Zuhause, wenn eine Wiege darin steht!

Tiefen und Höhen hab ich ermessen, Ängste und Glück waren reich beschert,
das war ein leises Vorspiel dessen, was ich mit Dir erleben werd!
Denn Du kommst und gibst allen Dingen eine ganz neue Dimension,
und was uns nun die Jahre bringen mess ich an Dir, kleine Person!


Mein Lieblingswort

Freitag, 31.Juli 2009

Sichtfeldchen lernt ja zurzeit eifrig das Sprechen und beschert uns damit ständig wieder neue Gründe, sie einfach hinreißend, süß und total witzig zu finden. Während unseres Aufenthalts bei den Sichtfeldschen Großeltern hat sie sich ein Wort angeeignet, welches ich mit Abstand am liebsten höre. Es bezeichnet zwei verschiedene Dinge: Einerseits heißen so die kleinen Häppchen, mit denen Opas Hund belohnt wird, wenn er den Ball apportiert hat, andererseits lobt Sichtfeldchen so ein Essen, das ihr wirklich gut schmeckt.

Mama: „Sichtfeldchen, was möchtest Du denn dem Dada (=Opas Hund) geben?“
Sichtfeldchen: „Geleckerli!“
Mama: „Dann frag mal den Opa, der hat bestimmt ein paar Leckerli, die Du dann dem Dada geben kannst.“
Sichtfeldchen flitzt zu Opa und zupft ihn an der Hand: „Opa… Geleckerli… bitte!“

oder eben

Oma: „Na, Sichtfeldchen, wie schmeckt Dir denn das Essen?“
Sichtfeldchen reibt sich den Bauch: „Geleckerli!“


So ist das also…?!

Montag, 6.Juli 2009

Aus aktuellem Anlass hier eine kurze Unterbrechung meiner eigentlich noch immer bestehenden Blogpause:

Nach dem Abendessen. Herr Sichtfeld will gleich Sichtfeldchen ins Bett bringen, und ich sage ihr Gute Nacht.

Mama: Hast Du die Mama lieb?
Sichtfeldchen: Papa!
Mama: Den Papa hast Du lieb? Das ist ja schön. Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Opa!
Mama: Den Opa! Toll! Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen überlegt kurz: Dada! (=Opas Hund)
Mama muss grinsen: Ach so, den Dada hast Du lieb. Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Oma!
Herr Sichtfeld muss sich schon das Grinsen verkneifen.
Mama: Das ist ganz toll, Sichtfeldchen! Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen denkt angestrengt nach: Moritz! (=Name ihres Freundes, leicht abgeändert)
Mama überrascht: Den Moritz! Super, mein Schatz! Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Gretel! (Name ihrer Freundin, stark abgeändert)
Mama: Oh wie schön! Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen sieht sich suchend in der Küche um: Papa!
Mama, langsam ungeduldig: Ja, mein Schatz, und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen sieht sich wieder um und denkt sehr angestrengt nach. Mama fängt an zu winken und auf sich selbst zu zeigen.
Sichtfeldchen sieht sie erstaunt an: Maaa-….
Mama will sich schon freuen…
Sichtfelchen: …-ja!

Na toll – sie liebt die Bienengöre auf ihrer Trinktasse… Über das laute Gelächter seitens Herrn Sichtfeld muss ich hier wohl nicht schreiben. *grummel*

Das Ende vom Lied:
Mama: Hast Du denn auch die Mama lieb?
Papa flüstert Sichtfeldchen etwas ins Ohr.
Sichtfeldchen strahlt daraufhin die Mama an: Jaaa!

Der darauffolgende dicke Schmatzer von meiner Tochter, ihr fröhliches „Byebye“ und Winkewinke sowie ihre hinreißend durch die streichkäseverschmierten Finger gehauchte Kusshand für mich versöhnen mich und erfüllen mein Mutterherz einmal mehr mit Stolz und überwältigender Liebe!

:-)


Höflich kommt man weiter!

Dienstag, 26.Mai 2009

Nachdem Sichtfeldchen heute beim Abendessen noch eine dicke Portion Pesto von heute Mittag verdrückt hatte, drehte sie sich (wie jeden Abend) in ihrem Hochstühlchen herum und zeigte auf die Obstschale. Es folgte dieser Dialog:

Herr Sichtfeld: Was möchtest Du denn, einen Apfel, eine Birne oder eine Banane?
Sichtfeldchen: Da!
Herr Sichtfeld: Möchtest Du eine Banane?
Sichtfeldchen zappelt aufgeregt: Ba! Ba!
Herr Sichtfeld: Wenn Du Ba-na-ne sagst, dann hole ich sie Dir!
Sichtfeldchen quengelt: Ba! Baaaaaa…!
Frau Sichtfeld versucht es diplomatisch: Sichtfeldchen, sag doch mal „Papa – bitte – Banane“.
Sichtfeldchen: Pappa, biddebidde!
Herr Sichtfeld galoppiert völlig begeistert los, holt die Banane und reicht sie seiner strahlenden Tochter.
Sichtfeldchen: Dang-ke!

Und wieder bin ich verblüfft, was Sichtfeldchen so alles aufschnappt, denn wir haben sie bisher noch nicht bewusst dazu ermuntert, danke und bitte zu sagen!


Ist das klasse!

Montag, 18.Mai 2009

…wenn ich nämlich etwas gestresst nach Hause komme und durch die lange Warteschlange im Supermarkt schon das Abendessen verpasst habe, und wenn ich dann die Treppe raufgehe und aus dem Schlafzimmer schon das laute Gelächter von Herrn Sichtfeld und Sichtfeldchen höre. Wenn ich dann „Hallo“ rufe und ein begeistertes „Mama!“ zurückgekräht wird, und wenn dann gleich darauf Herr Sichtfeld sagt: „Oh, Sichtfeldchen ist ja verschwunden!“, und wenn ich dann sage „Mäuslein piep einmal“ und unter einem Berg von Kissen ein kleines hohes „Piep“ hervorkommt, wenn der Kissenberg dann anfängt zu wackeln und darunter ein völlig verstrubbeltes und nur mit einer Windel bekleidetes Nackidei-Sichtfeldchen hervorkommt, das bis zu beiden Ohren strahlt und sich mir lachend in die Arme schmeißt. Gibt es eigentlich etwas Besseres für Herz und Seele?!


Der „Mai“ ist gekommen

Sonntag, 10.Mai 2009

Bisher hat sich Sichtfeldchen auf sprachlicher Ebene ja eher zurückgehalten. Zunächst dauerte es ewig, bis sie überhaupt etwas sagte, und dann sagte sie lange Zeit nur „Papa“ oder ahmte verschiedene Tiergeräusche nach – Ihr erinnert Euch? Inzwischen sagt sie auch ganz hervorragend „Mama“, und ich schmelze noch immer jedes Mal dahin, wenn sie das tut. Doch auch bei dieser zweiten Äußerung blieb es dann einige Wochen – bis jetzt. In dieser Woche hat sie plötzlich mehrere neue Worte aufgeschnappt, die sie auch eifrig benutzt.

Sie sagt nun zum Beispiel gerne das Wort „Baj“ und wirft dabei ihren kleinen roten Ball mit dem Marienkäfer darauf durch die Luft. Auch „Eier“ haben es ihr irgendwie angetan, auch wenn Ostern längst vorbei ist – das sind durchaus noch Nachwirkungen, die sie da jetzt in Worte fasst! Vor einigen Tagen waren wir in der Stadt unterwegs, und immer wenn sie irgendwo einen Kinderwagen sah, rief sie ganz aufgeregt „Baby!“ und zeigte ganz ungeniert darauf. „Oma“ und „Opa“ werden seit vorgestern auch benannt und freuen sich am Telefon wie die Schneekönige darüber. Und gestern sind wiederum vier neue Wörter hinzugekommen – mir scheint, der Groschen ist gefallen.

Wir saßen also gestern beim Mittagessen – es gab Schnitzel, Kartoffelpürree und Erbsen-Möhren-Mais-Gemüse, ganz unpädagogisch mit Ketchup. Zunächst wurde also alles voller Begeisterung in den „Betepp“ getunkt, doch dann fesselte etwas anderes ihr Interesse, nämlich der Mais. Vor lauter Aufregung hüpfte sie uns fast aus dem Hochstuhl und rief immer wieder „Mai! Mai!“ – und das obwohl sie dieses Wort von uns noch nicht so allzu oft gehört hat. Ich finde es faszinierend, welche Worte ein lernendes Kind so beeindrucken, dass es sie von sich aus wiedergeben will! Vom „Mai“ hat sie uns dann bis abends noch vorgeschwärmt. Außerdem sagt sie jetzt ganz brav „Aam“, wenn es die Treppe hinuntergeht und sie nicht selber laufen möchte, und zu guter Letzt hat sie noch das Wort „Babich“ aufgeschnappt. Das bezeichnet das kleine gelbe Babixfläschchen mit dem ätherischen Öl, das wir ihr zurzeit wegen eines heftigen Schnupfens vor dem Schlafengehen auf den Pyjama träufeln. Ich frage mich echt, warum sie das nun bezeichnet, aber zum Beispiel ihren heißgeliebten Schnuller, ihren Schlafhasen oder ihre Badewannentiere nicht…! Ach ja, „A-a“ kann sie auch schon sagen – ich denke, ich muss hier nicht erläutern, was damit gemeint ist, oder?!

:-)


Nachträgliche Diagnose

Montag, 4.Mai 2009

Inzwischen ist auch klar, was Sichtfeldchen hatte, nämlich das „Drei-Tage-Fieber„, ihre erste echte Kinderkrankheit. Sie hatte es allerdings volle fünf Tage lang und dann am Schluss eben diesen typischen Ausschlag. Nun ist es zum Glück vorbei, und sie ist schon fast wieder die Alte. Besonders in den letzten Tagen war sie sehr launisch und quengelig, so wie wir es gar nicht von ihr kennen, und vor allem hat sie seit einer Woche wirklich nur sehr mickerig gegessen. Gestern nachmittag hat sie dann ein ganzes Stück Donauwelle verdrückt und heute zum Frühstück eine ganze Scheibe Toast. Ich glaube, es ist überstanden!

:-)


Nachwirkungen

Donnerstag, 30.April 2009

Nun ist der Umzug also vorbei, und gestern sind die letzten angereisten Helfer wieder abgereist. Seit gestern sind wir also als Familie allein in unserem neuen Haus, und was soll ich sagen? Wir fühlen uns SAUWOHL! Der Umzug ist super über die Bühne gegangen, dank vieler hilfsbereiter Freunde und Familienmitglieder, die meisten Kartons sind ausgepackt (der Rest ist im Keller außer Sicht ;-) ) und die neue Sofagarnitur ist bereits geliefert. Also steht dem Wohlfühlen nichts mehr im Weg.

Leider hat es Sichtfeldchen nun erwischt, sie hat seit vorgestern ziemlich hohes Fieber (um die 39,5°C). Wir führen das auf all die Unruhe und Umgewöhnung der letzten Wochen zurück, und haben das Gefühl, dass sie nun einfach mal wieder Ruhe, einen geordneten Alltag und gaaanz viel Mama und Papa braucht. Das tut uns allen Dreien gut, denn in der heißen Phase des Umzugs haben wir uns fast gar nicht zu Gesicht bekommen, da Sichtfeldchen fast immer mit den verschiedenen Großeltern unterwegs war. Nun kehrt wieder Ruhe und Gelassenheit ein, und wir genießen die letzten freien Tage von Herrn Sichtfeld, bevor er am Montag wieder zur Arbeit muss.

To-Do´s fürs Wochenende sind übrigens das Aufbauen der von Opa Sichtfeld gestifteten Sandkiste und natürlich das Angrillen im neuen Garten! :-)


Der Traum vom Haus XI

Freitag, 24.April 2009

Ihr Lieben,

morgen ist es soweit: Der Tag des Umzugs steht unmittelbar bevor, und wir verbringen nun die letzte Nacht in unserer alten Wohnung. Nachdem wir in den letzten Tagen von früh bis spät durchgepowert haben, bin ich jetzt zum Umfallen müde und freue mich auf mein Bett – aber noch mehr freue ich mich auf morgen! Alles hat bis zur letzten Sekunde noch genau nach unseren Vorstellungen Form angenommen, sodass wir nun einem hoffentlich reibungslosen Einzug entgegensehen können.

Online werde ich bald wieder sein, denn unser Internetproblem hat sich zum Glück geklärt. Dennoch muss ich mich hier in der nächsten Zeit erst einmal rar machen, denn Ihr wisst ja selbst, dass mit der ersten Nacht im neuen Heim der Umzug noch längst nicht vorüber ist… Aber ich komme bald wieder, versprochen!

Ich denke an Euch! Alles Liebe,

Eure Mareike


Die Luft angehalten…!

Montag, 13.April 2009

Heute ist etwas passiert… oder nein, ich muss anders anfangen. Kennt Ihr das, wenn man… naja, ich sage mal, ein Risiko bewusst eingeht? Wenn man genau weiß, etwas könnte schief gehen, und irgendwie macht man es trotzdem? Hm, ich merke schon, ich muss das präzisieren. Jedenfalls haben wir heute wieder etwas dazugelernt, Herr Sichtfeld und ich.

Wir waren gerade im Aufbruch um wieder eine Ladung Kisten zu unserem Haus rüberzufahren. Das Auto war voll, und Herr Sichtfeld verstaute gerade Sichtfeldchen im Kindersitz. Ich stand irgendwie daneben, ohne etwas bestimmtes zu tun. Dann machte Herr Sichtfeld die Autotür zu, und genau in dem Moment entfuhr ihm ein herzhaftes „Sch…!“. Es klang jedoch nicht wütend oder so, sondern so, als wäre ihm genau jetzt das Herz in die Socken gerutscht. Das war es auch, und ich begriff auch genau in dem Moment, was ihn so erschüttert hat. Die Autotüren waren alle zu. Sichtfeldchen saß im Auto. Die Zentralverriegelung war aktiviert, sprich, man konnte die Türen nicht von außen öffnen. Und wo war der Schlüssel? In Sichtfeldchens Hand. Sie liebt es so, mit dem kleinen Knopf zu spielen, der den Schlüsselbart aus dem Gehäuse schnappen lässt… Das meinte ich mit „ein Risiko bewusst eingehen“.

Dazu muss ich erklären, dass wir seit gestern die Autos mit den Großeltern Sichtfeld getauscht haben, weil wir nur einen Mittelklassewagen fahren und sie einen Van, in den im Rahmen des Umzugs natürlich viel mehr reinpasst. Und wie es das Schicksal so will: Sie hatten uns nur diesen einen Schlüssel dagelassen – der Zweitschlüssel liegt etwa 600km weiter nördlich.

Man stelle sich also folgende Situation etwa filmreif vor: Im Auto in ihrem Kindersitz sitzt ganz friedlich das 1 1/2jährige Sichtfeldchen mit dem Autoschlüssel in der Hand. Draußen vor dem Fenster stehen zwei ihre aufkochende Nervosität unterdrückende Eltern und reden auf Sichtfeldchen ein, einen bestimmten Knopf auf dem Schlüssel zu drücken und somit die Autotüren zu öffnen. Und man stelle sich vor allem Sichtfeldchens erstaunten und leicht fragenden Gesichtsausdruck angesichts des Schauspiels vor ihrer Fensterscheibe vor.

Mama: Schatz, drück mal ganz fest auf den Knopf! Nein, nicht auf den Knopf, auf den anderen!
Papa: Oh Gott, das schafft sie doch nie!
Mama: Ganz ruhig, Moment. Schatz drück mal auf den Knopf. Wo ist der Knopf?
Papa flucht leise vor sich hin.
Mama: Du machst das super, mein Schatz, drück nochmal drauf!
Papa versucht Sichtfeldchen anhand eines anderen Schlüssls zu zeigen, das sie am anderen Ende auf den Schlüssel drücken soll. Noch mehr fragende Blicke aus dem Wageninneren.
Papa: Guck mal, Süße, hier musst du drücken, nicht da!
Mama: Feste, gaaanz feste!
Papa guckt sich vorsichtshalber schonmal nach einem geeigneten Stein zum Scheibeinschlagen um.
Mama: Sie schafft das! Solange sie nur den Schlüssel nicht fallen lässt!
Papa: Gut festhalten, Süße!
Mama: Mit beiden Händen, Schatz! Ja, so ist es gut, und jetzt ganz feste drücken!
Sichtfeldchen drückt. Der Schlüssel verrutscht in ihrer Hand. Mama und Papa wagen kaum zu atmen.
Mama: Sie hat es gleich. Los, Schatz, nochmal mit dem anderen Daumen! Ganz feste!
Papa macht sich startklar mit der Hand an der Beifahrertür. Sichtfeldchen verriegelt zum wiederholten mal das Auto.
Mama: Du machst das ganz super, mein Schatz! Los, nochmal ganz feste drücken!
Auto: KLICK.
Papa reißt die Autotür auf, und Mama und Papa liegen sich jubelnd und aufatmend in den Armen.

Wir haben ja so ein intelligentes Kind! Und wir sind ja manchmal so dumme Eltern! Es war echt nur eine Frage der Zeit, bis das mal passiert! Aber man ist ja lernfähig: Den nächsten Autoschlüssel bekommt Sichtfeldchen erst so in 16 Jahren in die Hände! ;-)

Nee, im Ernst – irgendwie habe ich die ganze Zeit daran geglaubt, dass Sichtfelchen das schafft, und konnte deshalb sogar in dem Moment die Szene mit humor nehmen, auch wenn es tatsächlich ganz anders hätte ausgehen können. So sind wir nun alle wieder um eine Erfahrung und ein paar Einsichten reicher geworden! Was will man mehr?


Der Traum vom Haus X

Donnerstag, 9.April 2009

Monatelang haben wir auf diesen Augenblick gewartet. Und nun, plötzlich doch ganz schnell, war er auf einmal da. Wir schüttelten unseren Vorbesitzern zum Abschied die Hände – wie schon des öfteren – und dann waren SIE diejenigen, die das Haus – unser neues Haus! – verließen, und wir blieben dort und schlossen die Tür von innen. Was für ein merkwürdiger, überwältigender, rührender und toller Moment! Wir haben ihn natürlich sofort erstmal mit einem Kuss gefeiert, mit dem ersten Kuss innerhalb unserer eigenen vier Wände! Ich kann es noch gar nicht so recht begreifen.

Heute war also die Hausübergabe, auf die wir so lange hingefiebert haben. Wir haben gemeinsam mit unseren Vorbesitzern noch einmal eine sehr ausgedehnte Tour durch das Haus gemacht, das jetzt völlig leer steht, haben ein paar Kleinigkeiten notiert, Fotos gemacht und uns Gastherme, Wasseranschlüsse und Gegensprechanlage erklären lassen. Dann wurden die Zählerstände notiert und eingetragen und das Ganze wurde mit unseren vier Unterschriften besiegelt. Als wir daraufhin ein paar kleine Geschenke und vor allem viele gute Wünsche für die Zukunft austauschten, war uns dann glaube ich allen sehr feierlich zu Mute. Unserer Vorbesitzerin und mir standen vor Rührung und Abschiedsschmerz sogar ein paar winzige Tränchen in den Augen. Wenige Minuten später waren wir dann zum ersten Mal alleine in unserem Haus. UNSER HAUS! Das, worauf wir jahrelang hingearbeitet haben und worauf wir uns freuen, seit wir das Haus zum ersten Mal gesehen haben. Jetzt ist es soweit!

Da standen wir dann also in den leeren Räumen, die wir ab sofort als unser neues Zuhause beziehen und gemütlich einrichten werden. Noch sind deutliche Spuren unserer Vorbesitzer da, Druckstellen auf den Teppichen dort, wo die Möbel standen, und Flecken an den Wänden dort, wo die Bilder hingen… Doch ab Dienstag werden die Handwerker kommen und unserem Haus (!) unsere persönliche Note verleihen, sie werden streichen, Böden verlegen und eine Wand ins Dachstudio einziehen, und dann… jaaa, dann!

Und gleich wird erstmal eine Flasche Sekt geköpft!


Lied über Sichtfeldchens Schnuller

Samstag, 4.April 2009

Sichtfeldchens Ausdruck für ihren Schnuller im Besonderen und für Essen und Trinken im Allgemeinen ist „Me-nümm-me-nümm“, jeweils mit Betonung auf dem „nümm“. Das „e“ und das „ü“ hört man kaum, aber anders konnte ich es hier nicht aufschreiben. Vielleicht hilft es, wenn ihr mal gerade versucht, es auszusprechen! ;-)

Aber zurück zu Sichtfeldchen. Heute beim Frühstück hatte ich plötzlich einen Ohrwurm des Klassikers „Ma-nah-ma-nah“ aus der Sesamstraße, und Sichtfeldchen hörte fasziniert zu, denn es klang doch verdächtig nach einem Lied über ihren Schnuller! Und plötzlich hat sie dann angefangen mitzusingen! Erst zaghaft, und dann immer beherzter kam von ihr das „Ma-nah-ma-nah“, wenn ich nach dem „Ba-dii-be-dipi“ eine Pause machte. Das ganze gelang sogar so konzertreif, dass wir es anschließend dem staunenden Herrn Sichtfeld präsentiert haben. Immer schön im Wechsel, sie „Ma-nah-ma-nah“ (was aber eher nach „Me-nümm-me-nümm“ klang) und ich „Ba-dii-be-dipi“, wenn auch nicht ganz im Rhythmus, aber egal, wir hatten einen Riesenspaß, und ich bin wieder einmal total begeistert von meinem Kind!

Zum Glück war meine alte Sesamstraßen-CD noch nicht in einem Umzugskarton verschwunden, sodass Sichtfeldchen schließlich hören durfte, dass auch die Leute im Radio das Lied über ihren Schnuller kennen! Sie war hin und futsch davon und hat auf meinem Arm wie wild mitgetanzt – es war einfach zu niedlich! :-)

Und hier noch einmal das Original: Voilà – das Lied über Sichtfeldchens Schnuller!