Die Nordsee – Das einzig wahre Meer

Zum Thema Heimweh und zum Thema „Meer“, über das ich anlässlich der Schleswig-Holstein-Flagge mit Andrea gesprochen habe, möchte ich hier einen Auszug aus dem Lied „Das Meer“ von Reinhard Mey veröffentlichen – mit lieben Grüßen an alle, die das Glück haben, das Meer öfter zu sehen und zu fühlen als ich und für alle, die ebensolche Sehnsucht danach haben wie ich. Dieses Lied war eines meiner Lieblingslieder, als ich Kind war, und ist mir als einziges von Meys eigentlich wunderbaren Balladen komplett im Gedächtnis geblieben.

Das Meer

Der Wind hat gedreht, und die Flut kommt herein,
Dunkelgrau mit einem silbrigen Schein,
Und über die Mole, da fliegt schon die Gischt,
Wenn die Welle aufläuft und die Brise auffrischt.
Mit einem Mal fülln sich die Priele im Sand,
Und über den kahlen, verlassenen Strand
Treibt der Wind trockne Algen und Schaum vor sich her.
Es ist da, das gewaltige, ewige Meer.

Auf hellem Türkis tanzen glitzernde Lichter,
Auf teerschwarzer Brandung weiß schäumende Wut.
Es hat tausend Farben und tausend Gesichter,
Im ewigen Wechsel von Ebbe und Flut.
Erfüllt von Geschichten aus uralten Tagen,
Beladen mit Spuk und Spökenkiekerein,
Umwoben von Märchen, Legenden und Sagen.
Wieviele Geheimnisse schließt es wohl ein?

Wie vielen bedeutet es Leben und Brot?
Ein paar starke Arme, ein Netz und ein Boot,
Das brauchts, damit keiner je Not leiden muss,
Das Meer schenkt uns Nahrung im Überfluss.
Wie vielen bedeutet es Arbeit und Lohn,
Handwerk überliefert vom Vater zum Sohn,
Wie viele Seeleute haben ihr Geschick
Auf Gedeih und Verderb mit dem Meer verstrickt?

Wieviel Boote und Schiffe mag es wohl tragen,
Zu dieser Stunde auf dem Erdenrund?
Und wieviele schlafen, von Stürmen zerschlagen,
Mit Schätzen beladen tief auf seinem Grund?
Es ist Kommen und Gehn, es ist Nehmen und Geben,
Und wie die Gezeiten, unstet wie der Wind.
Es ist zärtlich und grausam, ist Tod und ist Leben.
Und es lässt uns erahnen, wie winzig wir sind.

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2 Responses to Die Nordsee – Das einzig wahre Meer

  1. andrea2007 sagt:

    Liebe Mareike, das ist wunderschön, die ersten beiden Strophen lassen mich in Gedanken sofort am wunderschönen Nordseestrand stehen und ich rieche förmlich die Luft und sehe wie sich“ die Priele im Sand mit Wasser füllen“…

    Ich hab mal ein paar Juist-Gedichte veröffentlicht, hier ist der Link: http://andrea2007.wordpress.com/2008/02/20/triologie-von-juist/

    ganz liebe grüsse andrea

  2. […] Mareike findet Ihr hier noch die ersten 4 Strophen dieses wunderschönen Textes über das […]

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