Zerbrechlich

Dieses wunderschöne und leider mancherorts so nötige Lied geht mir immer mal wieder durch den Kopf und bewegt mich stets aufs Neue. Natürlich habe ich dabei sofort meine Tochter vor Augen, aber auch andere Kinder, die ich kenne oder sogar nicht kenne.

Leider gibt es doch immer wieder Erwachsene, die daran erinnert werden müssen, wie zerbrechlich Kinderseelen sind. Gerade heute musste ich wieder miterleben, wie ein Vater seinen (aus Abschiedsschmerz!) weinenden Sohn zusammenschimpfte. Und gleich war das Lied wieder in meinem Kopf, und ich möchte es Euch gerne weitergeben. Ich denke, der Eine oder die Andere von Euch wird es bereits kennen und schätzen. Ich grüße damit besonders meine liebe Freundin Verena, durch die ich erst auf das Lied aufmerksam geworden bin.

Sind so kleine Hände

Sind so kleine Hände, winzige Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten, könn´ sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt,
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub

Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen, die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden, könn´ sie nicht verstehn.

Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei.

Ist so’n kleines Rückrat, sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.

Gerade klare Menschen wär´n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückrat haben wir schon zuviel.

– Bettina Wegener –

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6 Responses to Zerbrechlich

  1. hummer1 sagt:

    Hallo mareike,

    danke für den tollen Artikel und den Link.

    Es erinnert mich an eine Weisheit, die ich mal hörte: „Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern. Wir vergessen zu schnell, dass Gott den Kindern das Leben schenkt. Die Eltern sind nur Statthalter.“
    So ist die Aussage recht religiös angehaucht, aber ich denke, dass auch ein Atheist den Sinn aus seine Sichtweise übertragen kann.
    Dein Beispiel von dem Vater, der seinen Sohn beschimpfte, zeigt, dass dieses wünschenswerte Bewusstsein anscheinend nicht überall verinnerlicht wurde.

  2. bonafilia sagt:

    Liebe Mareike,
    ich liebe dieses Lied, schon als Kind hat es mir gut gefallen. Mein Vater brachte es irgendwann mal mit.
    Die Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern, sie sind uns nur in die Hände gegeben damit wir ihnen den Weg zeigen. Und damit wir von ihnen lernen…lernen ohne etwas zu erwarten hingebungsvoll zu lieben. Doch erwartet nie diese Liebe von den Kinder…die ist eine ganz andere.

    Gute Nacht ♥ -lich Bonafilia

  3. Ecki sagt:

    Ich kannte das Lied leider noch nicht. Aber es ist wirklich sehr schön. Das speichere ich mir mal. meine Frau sammelt Gedichte manuel. Also drucken und abheften 🙂 Da wird sie sich freuen.

  4. Sicht-Feld sagt:

    @ hummer1
    Du hast Recht, Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern. Wir sind „nur“ dazu da, sie ins Leben zu begleiten und sie so gut und liebevoll wie möglich auf das vorzubereiten, was ihnen im Leben noch begegnen wird. Danke für Deinen schönen Beitrag!

    @ Bonafilia
    Es stimmt, unsere Kinder lernen vieles von uns, aber auch wir lernen viel von ihnen. Doch für uns bedeutet die Liebe zu unseren Kindern, sie auch immer mehr loslassen zu können und dennoch ein Zuhause für sie zu sein. Die Liebe zu unseren Eltern wiederum ist für mich wie ein Nach-Hause.kommen und Angenommen-sein.

    @ Ecki
    Freut mich, dass ich Dir bzw. Deiner Frau damit eine Freude machen konnte!

  5. Linda sagt:

    Ich kannte das Lied auch noch nicht. Bin bei solchen Liedern die Kinder betreffen, immer schnell gerührt. Ich finde es total schön. Gerade wenn man selbst Kinder hat oder sich welche wünscht, denkt man über die Texte noch intensiver nach. Ich kann immer die Eltern nicht verstehen, die ihren Kindern Gewalt antun. Sie wissen wahrscheinlich nicht welches Glück sie mit ihnen haben…

  6. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Linda,
    ich kann so etwas auch nicht verstehen. Kindern gegenüber körperlich oder seelisch grausam zu sein, ist etwas, das mein Fassungsvermögen komplett übersteigt. Ich glaube, mit solchen Menschen stimmt einfach etwas nicht. Wie kommt es, dass sie nicht dieses natürliche Bedürfnis haben, Kinder zu schützen und zu lieben und alles Böse von ihnen fernzuhalten? Dieses Bedürfnis habe ich jedenfalls – meiner Tochter gegenüber und allen anderen Kindern gegenüber auch. Sie brauchen uns doch, damit wir auf sie aufpassen!
    Ich freue mich, dass Du bei mir kommentierst!
    Liebe Grüße an Deine kleine Familie!

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