Namenssünden

Wo kann man als Eltern eigentlich mehr falsch machen als bei der Namensgebung für den Nachwuchs?! Das ist ja eines meiner Lieblingsthemen, und ich wollte mich darüber schon immer mal so richtig auslassen. Jetzt hat mir meine liebe Schwiegermama von einer Webseite erzählt, die ich Euch auf gar keinen Fall vorenthalten möchte – sie ist einfach zu klasse!

Es geht darin um das krankhafte Erscheinungsbild des „Kevinismus“ oder auch „Chantalismus“, und ich kann Euch nur dringend ans Herz legen, Euch einen kleinen Moment der Muße zu gönnen und Euch den Artikel durchzulesen. Sehr empfehlenswert sind auch die Links am Fuß der Seite. Und hier geht es zu dem Bericht: KEVINISMUS.

Ich möchte dazu allerdings doch noch ein paar Kleinigkeiten anmerken. Ich weiß, dass sich an dieser Stelle wilde Diskussionen entfachen könnten, zumal unter meinen lieben Lesern ja auch der eine oder andere Elternteil ist, der schon mindestens einmal die Qual der Wahl hatte und möglicherweise sogar selbst betroffen ist. Ich oute mich auch mal und gestehe, dass mir sowohl der Name Kevin als auch der Name Chantal eigentlich gut gefällt, obwohl ich meine Kinder aus verschiedenen Gründen nicht so taufen würde. Ich habe allerdings auch während meiner Berufszeit die überraschende Entdeckung gemacht, dass tatsächlich bei vielen Kindern die Namen sozusagen Programm sind. Das lasse ich jedoch mal so stehen – welche Namen besonders negativ auffallen und inwiefern das Ganze auch eine Self-Fullfilling-Prophecy ist, darauf möchte ich hier an dieser Stelle nicht näher eingehen.

Ich muss aber die Öffentlichkeit dieses Artikels nutzen und einen Appell an alle zukünftigen Eltern starten – einen Appell, der mir als Mutter, Lehrerin und Mensch einfach am Herzen liegt.

Ihr lieben früher oder später werdenden Eltern. Überlegt Euch gut, welchen Namen Ihr Eurem Kind gebt! Überlegt Euch gut, was Ihr damit anrichten könnt! Der/die Arme muss damit ein ganzes Leben lang zurechtkommen. Ihr seid auch mit der Namensgebung schon verantwortlich für spätere Blaue Flecke, Berufs- und allgemeine Lebenschancen sowie mögliche Psychotherapien, macht Euch das klar! Könnt Ihr Euch eine Top-Managerin namens Pippilotta vorstellen? Meint Ihr, dass Coca-Carola tasächlich die Charakterstärke besitzen wird, ständig über den Dingen zu stehen, wenn ihr Name diskutiert wird? Und dass Hans Wurst nicht vielleicht doch einen anderen Beruf ergreifen will als in den elterlichen Metzgereibetrieb einzusteigen? Überlegt Euch gut, was Ihr anrichten könnt! Habt Ihr gerne mit vier anderen Julias oder Jans zusammen in der Klasse gesessen, auch wenn das noch so schöne Namen sind? Denkt darüber nach, wenn Ihr nach einem Namen für Eure Kinder sucht, und wenn wir schon dabei sind: Bitte sprecht Vor- und Nachnamen mehrmals zusammen laut aus und horcht mal, ob Florence und Steidlhuber wirklich zusammen passen. Bitte! Nehmt Euch Zeit für eine solche Entscheidung und trefft sie nicht vorschnell oder gar unter Alkoholeinfluss! Denkt an Eure Kinder, versetzt Euch in ihre Lage, als Kinder, Teenager und Erwachsene und meinetwegen auch als Rentner. Passt der Name wirklich, den Ihr gerade für angesagt haltet?

So, das musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Bin gespannt auf Eure Kommentare!

🙂

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14 Responses to Namenssünden

  1. Dori sagt:

    Liebe Mareike;

    kürzlich waren meine Tochter und ich bei Ikea. Das darf man ja hier sagen, oder? Ich meine, für Ikea kann man ja wirklich keine Werkbung mehr machen.

    Also, auf jeden Fall kam über Lautsprecher die Durchsage: der kleine Torben-René möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden. Da sind wir vor Lachen zusammen gebrochen und Torben-René ist ein geflügeltes Wort geworden.

    Viele liebe Grüße

    Dori 🙂

  2. zimtapfel sagt:

    Torben-René, sehr schön! LOL Hier in der zeitung stand mal ein Kevin-Heinrich…
    Frau Sichtfeld, du sprichst mir aus der Seele! (Den Kevinismusartikel kenne ich ja zugegebenermaßen schon länger. Und finde ihn göttlich.) Noch sowas: Über eine Bekannte bin ich mal dazu gekommen, ein bißchen in so einem schwangere-Mütter-Forum rumzustöbern, wo diese sich unter anderem über mögliche Vornamen austauschen. Und was mir dabei immer wieder aufgefallen ist: Den Damen ist es unheimlich wichtig, nein, am allerwichtigsten, das die Namen ihrer Kinder gut zusammen passen. Möglichst ähnliche Sprachherkunft, am besten gleicher Anfangsbuchstabe, und so weiter. Ob der Name einigermaßen zum Familiennamen passt, ist offenkundig nebensächlich. Und ich frage mich dabei immer: Denken diese Eltern, das die Namen ihrer 3 bis 5 Kinder ein Leben lang immer in einem Atemzug genannt werden? Glauben die Leute, das Kind wird nicht irgendwann erwachsen und muss dann allein mit seinem Namen durchs Leben laufen? Nein, Hauptsache, Jovana-Desirée und Jamila-Dorothée sehen untereinander auf dem Klingelschild der Familie Bechtlhuber ganz adrett aus. Bah!
    Ich denke, wie der Name eines Kindes zu den Geschwisternamen passt, ist absolut nebensächlich. Er sollte zum Kind passen (ich bin ja dafür, sich mehrere Namen auszusuchen und sich dann nach der Geburt erstmal das Kind anzusehen, bevor man eine endgültige Entscheidung trifft). Und er sollte in Verbindung mit dem Familiennamen nicht gar zu bescheiden klingen. Den mit diesem wird er deutlich länger in einem Atemzug genannt werden als mit den Geschwisternamen.

  3. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Dori,
    Du hast Recht, gerade bei solchen Lautsprecherdurchsagen schlackern einem ja manchmal echt die Ohren! Und es gibt schon echt ziemlich unmögliche Namenskombinationen…
    Alles Liebe,
    Mareike

    Liebe Zimtapfel,
    mit dem, was Du über Geschwisternamen schreibst, hast Du schon irgendwie Recht – allerdings muss ich gestehen, dass ich mir auch schon überlegt habe, dass der Name unseres zweiten Kindes irgendwann mal nicht so absolut komplett anders sein sollte als der unserer Tochter. Ich will keine erzeungene Ähnlichkeit, mir ist auch der Anfangsbuchstabe wurscht, aber irgendwie sollten die Namen schon nett nebeneinander klingen und nicht so wie „Felicitas“ und „Horst“, verstehst Du? Aber noch wichtiger ist es, dass sie zum Nachnamen passen, das finde ich auch! 🙂
    Liebe Grüße,
    Mareike

  4. bonafilia sagt:

    Danke Mareike du sprichst mir aus der Seele, des öfteren sind mir schon die verrücktesten Namen begegnet. Beispiele nenne ich aus Datenschutzgründen nartürlich nicht…aber oft waren es Namen deren Schreibweisen eingedeutsch wurden ..“Schantall“….oder… „Ives“—> sollte eigentlich „Yves“ heißenoder Kombinationen mit dem Nachnamen ergaben die gar nicht gehen.

    Manche Eltern meinen auch viele Namen ist ein guter Name und so hat das arme Kind nicht einen sondern gleich 3 schreckliche Namen am Hals bei dem auch die beste Auslese kein vernünftiges Ergebnis erbringt!

    ♥ Bonafilia

  5. Schaps sagt:

    Sehr sehr gutes Thema! hab ich auch oft mit meinem Mitbewohner drüber geredet…vor allem in der Form, dass wir über solche Familien gelästert haben die Kinder mit solchen Namen haben…sieht man schön oft in Talkshows und RTL2 Dokus, sowie bei RTL Punkt 12 usw ^^
    „Florence Steidlhuber“ ist zu geil! 😀 Aber so als Rentnerin könnt ich mir den Namen dann iwie doch vorstellen…
    Was den Appell betrifft…ich befürchte die Leute die ihre Kinder so nennen würden, lesen hier nicht mit 😦

  6. Bjoern sagt:

    Warum gibt man nicht jedem Kind zumindest einen Zweitnamen, der international verständlich und gut auszusprechen ist? Das macht imho später die größten Probleme („No, not Jorn. Bjoern!“ „Mr. B. John?“ „Yeah, ok. Call me John.“)

  7. andrea2007 sagt:

    Liebe Mareike, köstlich Dein Artikel. Hab mich sehr amüsiert. Was manche Eltern ihren Kindern antun…Hat eigentlich mal irgendjemand die armen Schantalls oder Florence Steidlhuber gefragt, wie sie selber ihren Namen finden? Das wäre spannend oder haben die alle eine Gehirnwäsche was Namen betrifft bekommen? Und hat schon mal jemand nachgeforscht, wie Schantall wiederum IHR KIND nennt (oder sind die noch nicht im baby-erzeugenden Alter?), kaum auszudenken, was die Steigerung sein könnte. 🙂

    Ich finde, der Name sollte zum Umfeld passen, nicht zu überkandidelt und auch im Zusammenhang mit dem Nachnamen ausgesucht werden. Und diese ausgesprochenene Doppelvornamen: wir hatten mal eine schreckliche Mutter im Laden mit einem noch schrecklicheren Jungen (der nichts dafür konnte, er hatte keine Chance, der Arme) und sie schrie die ganze Zeit hinter ihm her: „Kai-Uwe, komm sofort hierher. Kai-Uwe nicht anfassen.“
    Seitdem ist bei UNS Kai-Uwe ein „Codewort“ 🙂

    Liebe Grüsse Andrea (bin ich froh über meinen Namen und dass ich KEINEN zweiten Vornamen habe, danke meine lieben Eltern)

  8. Schaps sagt:

    Der Artikel ist übrigens sehr geil! ^^

  9. Schonzeit sagt:

    sind sie sicher, dass sie ihr Kind Claire nennen wollen, Frau Grube?

  10. Elisabeth sagt:

    Liebste Mareike *lach*
    Ich denke auch sehr, sehr oft daran, es ist manchmal einfach nur zu komisch, was einem an Kindernamen unterkommt. Und du hast recht, die meisten Menschen machen sich darüber echt null Gedanken… sehr bedenklich… die armen Kinder…
    *lach* auch all die Kommentare sind superwitzig 😉 Ist ein heißes Thema… Falls ich doch einmal das Glück habe, werde ich an dich und deine Zeilen denken 🙂
    Allerliebste Grüße von Elisabeth

  11. Gut, dass ich Asiate bin und deshalb auf einen breiten Fundus aus gefühlten 10 koreanischen Mädchen- und Jungennamen zurückgreifen kann. 🙂

  12. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Bonafilia,
    manchmal ist schlechter Geschmack eben leider nicht zu bremsen… 🙂

    Lieber Schaps,
    stimmt schon, man sollte soclhe Apelle vielleicht eher in der B*ld oder in irgendwelchen Mittags-Talkshows veröffentlichen…

    Lieber Bjoern,
    kenn ich – mit Mareike hat man´s auch nicht wirklich leichter… 😉

    Liebe Andrea,
    *grins* mein Neffe hat einen Freund, der heißt Philhenry. Das finde ich auch sehr gewöhnungsbedürftig…
    Und über die Enkel von Kevinismus-Eltern wird man sicher eines Tages eine Doktorarbeit in Soziologie oder Psychologie schreiben können. Dann mache ich doch noch meinen Doktor! 🙂

    Lieber Malte,
    „Frau Schlüpfer, wie ist denn Ihr Vorname?“ – „Rosa.“
    Sowas sollte echt verboten werden!

    Liebste Elisabeth,
    eines Tage swird Dein Wunsch sich erfüllen, da bin ich sicher, und ich weiß, dass Du einen sehr schönen Namen auswählen wirst und Dir Deiner Verantwortung dabei bewusst sein wirst! Deinen Namen finde ich übrigens wunderschön! 🙂

    Lieber CK TheJunction,
    willkommen und ja, Du hast es da sicher leichter! Ich kenne das aus dem nepalischen Raum, wo jedes zweite Kind Tenzin heißt und sich die wenigen Namen sehr häufig wiederholen…

    IHR LIEBEN ALLE, herzliche Grüße an Euch aus dem Urlaub, den wir sehr genießen, und Bruderherz: Wir freuen uns auf Übermorgen!
    Eure Mareike

  13. zimtapfel sagt:

    @CK TheJunction: Ich kenne das auch so ähnlich, und zwar von einer Freundin, die zu Hälfte aus Ghana stammt und dort auch einige Jahre gelebt hat, die hat nämlich denselben Vornamen wie alle anderen Mädchen in Ghana, die am gleichen Wochentag geboren sind, wie sie. Da hat man es ja doch etwas einfacher.
    Ok, wer es einfach nicht lassen kann, lebt seine Kreativität dann halt über den zweiten Vornamen aus…

  14. Elisabeth sagt:

    Oh, danke sehr, liebste Mareike *rotwerd*
    Ich habe meinen Namen als Kind nie gemocht, in Fantasiespielen mit meinen Geschwistern habe ich mich immer Melissa genannt *lach* Dabei war und bin ich Zuhause immer noch einfach nur „die Miki“ – frag mich, bitte nicht, warum das so ist 😉
    Allerliebste Gutenachtgrüße von Elisabeth

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