Filmtipp: Willkommen bei den Sch’tis

ACHTUNG! Viel zu leichtfertig überspringt der eine oder andere womöglich diesen herrlich komischen und einfach tollen Film, den ich Euch hiermit dringend ans Herz legen will!

Philippe Abrams (Kad Merad, synchronisiert von Christoph Maria Herbst) ist Leiter einer Postfiliale im Süden Frankreichs und verheiratet mit der schönen, aber depressiven Julie (Zoé Félix). Um sie glücklicher zu stimmen, versucht Philippe mit unlauteren Methoden, eine Versetzung ans Mittelmeer durchzusetzen, was gründlich schief geht. Stattdessen wird er in den Norden Frankreichs in die Region Nord-Pas-de-Calais am Ärmelkanal strafversetzt. Diese Gegend steht bei den Südfranzosen in dem Ruf, eine unwirtliche, kalte und verregnete (wenn nicht gar verschneite!) Gegend zu sein, in der leicht zurückgebliebene, trinkfeste Barbaren leben. Philippe beschließt also, alleine in den Norden zu gehen und eine Wochenendehe zu führen, damit seine Frau im Süden bleiben kann. Ausgestattet mit einer dicken Daunenjacke macht er sich auf die lange Fahrt in den Norden.

Dort angekommen muss er feststellen, dass er zwar den Dialekt der Einheimischen (der „Sch’tis“) zunächst kaum versteht, dass diese jedoch sehr herzliche und fröhliche Menschen sind. Er fühlt sich immer wohler bei ihnen und erlebt eine Menge lustiger Dinge mit seinem neuen Freund Antoine Bailleul (Dany Boon, der auch Regie führt) und seinen Kollegen. Als er seiner Frau, die sich große Sorgen um ihn macht, erzählen will, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist an seinem neuen Arbeitsplatz, hält diese ihn nur für einen tapferen Helden, der seine Misere herunterspielt, sodass er sie schließlich in dem Glauben lässt, sein neues Leben sei die Hölle. Gleichzeitig genießt er nun die Arbeit und den Spaß mit seinen neuen Kollegen und Freunden im Norden und seine treusorgende, liebevoll besorgte Ehefrau im Süden, die ihm an den Wochenenden den Himmel auf Erden bereitet. Da seine Ehe so gut läuft wie nie zuvor, denkt er gar nicht daran, Julie die Wahrheit zu sagen, bis…

… ja, bis Julie eines Tages erklärt, sie wolle mit in den Norden kommen, um Philippe beizustehen. Nun steht er vor dem Problem, Antoine und seinen Mitarbeitern zu erklären, dass er sie Julie als eine Horde unzivilisierter Chaoten beschrieben hat…

Willkommen bei den Sch’tis ist ein zum Schreien komischer und sehr warmherziger Film, den man sich unbedingt angesehen haben muss! Schon beim erneuten Ansehen des Trailers musste ich Tränen lachen bei der Erinnerung an all die zwerchfellstrapazierende Szenen. Bei aller Komik und den herrlichen Slapsticks hat der Film auch eine gut nachvollziehbare, clevere Handlung, und die für uns gänzlich unbekannten Schauspieler spielen allesamt brilliant und mit ganzer Seele. Der Film ist in Frankreich der erfolgreichste Film seit 40 Jahren, und ich muss sagen, ich kann das verstehen! Und wenn ich mir vorstelle, dass ich ihn beinahe übersehen hätte… – Ich würde ihn jedenfalls jederzeit noch einmal sehen, und ich freue mich schon auf das Erscheinen der DVD! Schade nur, dass ich kein Französisch mehr kann – Ich schätze, im Original ist der Film nochmal um Klassen besser…

Der Titel kommt übrigens von dem französischen Wort „chti“ (ohne Übersetzung), welches eine Unterart des im Norden Frankreichs gesprochenen picardischen Dialekts bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

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8 Responses to Filmtipp: Willkommen bei den Sch’tis

  1. Anne sagt:

    Liebe Mareike,
    ich kann nur bestätigen: ein toller Film. Die Übersetzung muss sehr schwierig gewesen sein, bei den vielen Wortspielen… ZB die Szene, wo Philippe erklärt wird, dass der Vormieter die Möbel mit in den Busch genommen hat, ist im Original ganz anders: „Che chont les chiens“(das sind die Hunde):er meint: ce sont les siens (das sind die seinigen), und später: ch’est chat (das ist die Katze), er meint: c’est ça (genau!). Philippe versteht nicht, wieso ihm von Hunden und Katzen erzählt wird. Ich hatte mich immer gefragt, wie man diesen Wortwechsel wohl auf deutsch übersetzen könnte. Sehr schlau, sie haben einfach ein anderes Wort (Bus) genommen. Darauf wäre ich nie gekommen.
    Die meisten Franzosen lieben die Szene, wo die beiden Briefträger volltrunken ihre Tournee machen, da sie bei jedem Halt etwas zu Trinken angeboten bekommen und aus Höflichkeit nicht nein sagen können. Herrlich!!

  2. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Anne,
    willkommen auf meiner Seite und danke für Deinen tollen Kommentar! Ich habe mich wirklich auch schon gefragt, wie sie das mit der Übersetzung gemacht haben und wie es wohl im Original gewesen sein könnte. Um Deine Beispiele zu verstehen, reichte mein Schulfranzösisch von anno dazumal gerade noch aus… 😉
    Ich schätze mal, auch die deutsche Synchronsprecher-Crew hat mit dem Film eine Menge Spaß gehabt!
    Ja, die Szene, die Du erwähnst, war wirklich brüllend komisch, oder auch die Szene, als Philippe im Restaurant auf Sch’ti bestellt – die ist ja auch im Trailer zu sehen. Ich könnte mich jedes Mal wegschmeißen bei diesem „Hääää?“…
    Liebe Grüße,
    Mareike
    PS: Bist Du einfach irgendeine Anne, oder eine Anne, die ich persönlich kenne?

  3. Elisabeth sagt:

    Liebe Mareike,
    ich will mir diesen Film seit Wochen schon ansehen und hoffe, dass ich noch dazu komme 😉 Obwohl ich mit dieser Kunstsprache ein kleines Problem habe 😉 Und als ich gelesen habe, dass der Film erfolgreicher als „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ist, war ich doch ein wenig überrascht… Aber dennoch, ich schau ihn mir bestimmt an – auf Französisch muss er auch urkomisch sein 😉
    Alles Liebe von Elisabeth

  4. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Elisabeth,
    ja, mach das unbedingt, Du wirst es nicht bereuen! Und an den Dialekt gewöhnst Du Dich überraschend schnell während des Films. Der Film ist übrigens mit Amélie (auch einer meiner Lieblingsfilme) nicht gut zu vergleichen, er ist sozusagen „realer“ als Amélie. Bei Amélie geht es so viel um Tagträumereien und um Fantasie, und auch filmisch ist er völlig anders. Die Sch’tis ist ein Film, der so – oder so ähnlich – tatsächlich spielen könnte, und zwar von A bis Z, und so ist er auch gefilmt. Er hat auch einen etwas anderen Humor als Amélie, aber er ist eben nicht platt komisch, sondern sehr durchdacht und charmant. Du wirst Deinen Spaß daran haben, da bin ich sicher.
    Viel Spaß jedenfalls, ich würde sofort nochmal mitkommen ins Kino! 🙂
    Liebe Grüße,
    Mareike

  5. Anne sagt:

    Liebe Mareike,
    ich bin einfach irgendeine Anne. Ich kenne nämlich sonst keine Mareike… Ich lese normalerweise immer bei Elisabeth und da sind oft Kommentare von Dir, darum lese ich da dann auch manchmal (und sehr gerne), und hier zu diesem Thema musste ich einfach meinen Senf dazugeben, weil ich sehr gerne ins Kino gehe und in Frankreich lebe, und der Film hier dermassen die Leute begeistert hat, dass ich die meisten gags schon kannte, bevor ich ihn ûberhaupt gesehen hatte. Meine Erwartungshaltung war dementsprechend viel zu hoch…
    Liebe Grüsse
    Anne

  6. Florian sagt:

    Danke für deinen sehr ausführlichen Beitrag. Ich habe auch einen verfasst und würde mich über einen Kommentar deinerseits sehr freuen.
    Viele Grüße

  7. Sonja sagt:

    So, habe den film heute endlich auf DVD gesehen und muß sagen, daß du den zurecht empfiehlst

  8. Schonzeit sagt:

    Wie Frau Schonzeit so schön sagt: Wir haben den Film gesehen und uns sehr dabei amüsiert.

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