Frühzeitige Verkehrserziehung

Seit wir in unserem Haus wohnen, sind wir deutlich mehr draußen unterwegs als früher in der Wohnung. Das liegt zum Einen am neuen Garten, in dem seit Sichtfeldchens Geburtstag sogar ein toller Spielturm mit Leiter und Rutsche über der Sandkiste steht, und zum Anderen an der Tatsache, dass wir in einer Spielstraße wohnen, in der kaum Autoverkehr ist. Die wenigen Autofahrer, die es hier gibt, haben selber Kinder und fahren sehr vorbildlich. Die Straße ist also hervorragend geeignet für Ausflüge zu Fuß, mit dem BobbyCar oder mit dem Laufrad.

Wir nutzen diese günstigen Umstände für erste Lektionen zum Thema Verkehrssicherheit und sind verblüfft, wie schnell Sichtfeldchen diese schon annimmt und umsetzt. Für sie ist es z.B. völlig selbstverständlich, beim Lauf- oder Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Ja, wir Eltern gehen ihr da mit gutem Beispiel voran, wenn auch die Frisur leidet. Begegnet uns ein Radfahrer ohne Helm, ist Sichtfeldchen ganz fassungslos und ruft laut „Mann `elm aufsetze!“, und sie freut sich jedes Mal, wenn ein Radfahrer einen Helm trägt. Ebenso fährt oder läuft sie nun ganz selbstverständlich an den Straßenrand, wenn mal ein Auto kommt, und außerhalb unserer Straße fährt und läuft sie ganz prima auf dem Bürgersteig. Dabei predigt sie dann immer die entsprechenden Regeln: „Daße Autos fahre, goße Fahrrad Motorrad!“ (=Auf der Straße dürfen die Autos und die großen Fahrräder und Motorräder fahren)  oder eben „Dübadeig geine Fahrrad fahre, laufe!“ (=Auf dem Bürgersteig müssen kleine Fahrräder fahren und man darf laufen).

In etwas weiterer Fußgehreichweite liegt ein großes Einkufszentrum, zu welchem Herr Sichtfeld mit Sichtfeldchen in letzter Zeit öfter mal zu Fuß unterwegs war. Ich selber bin dazu zu faul bzw. zu schwanger, denn auf dem Rückweg müsste Sichtfeldchen irgendwann auf die Schultern genommen werden – deshalb bevorzuge ich das Auto. Dass Herr Sichtfeld diese Chance genutzt und Sichtfeldchen die Funktion einer Ampel erklärt hat, habe ich neulich festgestellt, als ich mit Sichtfeldchen im Auto unterwegs war. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als es an einer Ampel plötzlich von hinten krähte: „Root, Mama! Anhalte! Warten!“ und dann einige Augenblicke später ganz zufrieden: „Güin. Losgehen!“

🙂

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9 Responses to Frühzeitige Verkehrserziehung

  1. theomix sagt:

    Schön das zu lesen, liebe Mareike!
    Es sind wieder schöne, erfreuliche Eindrücke, die du weitergibst. Da klingt Freue und Stolz durch, und ich kann es verstehen.
    Es ist wie ein Wunder, dass so ein Menschlein so schnell lernt, sich um die rechte Aussprache müht. Und schon viel eigenen Willen hat – worüber ja auch schon zu lesen war…
    Herzliche Grüße, Jörg

    • Sicht-Feld sagt:

      Ich muss sagen, ich bin jeden Tag total platt darüber, wie schnell Sichtfeldchen manche Dinge lernt! Ich habe das ja noch nie so hautnah miterlebt, und sie beherrscht Dinge, die ich einer Zweijährigen nie zugetraut hätte. Aber das scheint normal zu sein! 🙂
      Jedenfalls bin ich jeden Tag aufs Neue glücklich und dankbar, sie so beobachten und bgleiten zu dürfen!

  2. Lilo sagt:

    Hallo Mareike,
    sehr schön zu lesen, dass Sichtfeldchen so selbstverständlich die Verkehrsregeln annimmt. Offenbar hat sie großen Spaß daran 🙂
    Es ist schon toll in einer Spielstraße mit vielen Kindern – noch dazu in einem eigenen Haus – zu wohnen. Kann mir gut vorstellen, dass ihr da so oft wie möglich draußen seid!
    Liebe Grüße
    Lilo

    • Sicht-Feld sagt:

      Ja, die Spielstraße war für uns bei der Entscheidung, dieses Haus zu kaufen, auch ein dicker Pluspunkt. Allerdings brauchen wir trotzdem noch dringend ein Gartentor, denn Sichtfeldchen büxt auch gerne mal aus, wenn man sich gerade der Gartenarbeit widmet… 😉

      • Lilo sagt:

        Das kann ich verstehen.. ist ja auch spannend! 🙂 Meine Mäxe sind auch ganz neugierig und wollen am liebsten schon wie die Großen ganz allein spazieren gehen 🙂

  3. Papa sagt:

    Das war bei uns ähnlich. Da zeigt sich mal wieder, dass das meiste in der Entwicklung kein bewusstes Erziehen ist, sondern vielmehr ein unbewusstes Vorleben.

    • Sicht-Feld sagt:

      Ja, Du sagst es. Ich muss bei vielem, das ich mit Sichtfeldchen erlebe, an Dinge denken, die Du über Deine kleine Chefin geschrieben hast. Zum Beispiel singt Sichtfeldchen jetzt auch zu gerne „Laterne, Laterne, Mond, Sonne, Terne!“ 🙂

  4. Schonzeit sagt:

    Sehr großartig. Ich warte mal auf den Moment, wo die kleine Mal aufmerksamer als ihr beiden zusammen werdet. 😀

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