Das Wunder des Hörens

Am vergangenen Montag hat unser Baby Sichtfeld mit sechseinhalb Monaten Paukenröhrchen gelegt bekommen.
Baby Sichtfeld hat eine Gaumenspalte, und bereits mit drei Monaten stellten wir in diesem Zusammenhang fest, dass sie nicht so auf akustische Reize reagiert, wie andere Babys in ihrem Alter. Eine HNO-Untersuchung und ein Hörtest ergaben, dass sie beidseitig Paukenergüsse (also Flüssigkeitsansammlungen hinter dem Trommelfell) hatte und kaum etwas hörte.
Diese Diagnose war für mich persönlich fast schlimmer als die Diagnose mit der Gaumenspalte, denn ich stellte mir immer vor, dass die Kleine, sobald sie z.B. im Stubenwagen lag und wir außer Sichtweite waren, völlig isoliert und einsam war, weil sie uns ja eben auch nicht hören konnte. Nur mühsam gewöhnte ich mich an den Gedanken, dass sie kaum hören konnte, und mein Hoffnungsstrohhalm war immer nur der Gedanke an die OP und dass sie danach dann würde hören können, dass ihre Ohrenprobleme also vermutlich zu beheben wären.

Bei der OP-Vorbesprechung wurde dann noch ein Hörtest gemacht, der sehr schlecht ausfiel, und der HNO machte sich bereits Sorgen, ob noch etwas anderes dahintersteckte als nur die Paukenergüsse. Er veranschlagte für die OP auch gleich noch einen weiteren speziellen Hörtest (BERA) unter Vollnarkose, zur Sicherheit.
Die OP selbst hat Baby Sichtfeld sehr gut überstanden, und auch der BERA-Test fiel zum Glück sehr gut aus.

Was für uns aber das größte Glück ist: Baby Sichtfeld ist seitdem wie ausgewechselt! Ein zufriedenes und ruhiges Baby war sie schon immer, doch hat sie immer so ein bisschen „ihr Ding“ gemacht und sich gar nicht so um uns andere geschert, solange wir nicht direkt vor ihrem Gesichtsfeld waren – klar.
Doch jetzt ist sie auf einmal so aufgeschlossen, neugierig und fröhlich, dass wir nur staunen können. Wir hatten befürchtet, sie könne sensibel oder schreckhaft auf all das Neue, Laute reagieren, aber im Gegenteil! Sie wendet sich nun ganz interessiert auch den kleinsten Geräuschquellen zu und freut sich schon, wenn sie uns nur kommen hört. Sie lacht den ganzen Tag, plaudert viel mehr vor sich hin als früher und hat in unseren Augen einen riesigen Entwicklungsschub gemacht, einzig dadurch, dass sie jetzt hören kann!

Wir sind überglücklich über dieses tolle Ergebnis und unendlich dankbar, dass alles so gut geklappt hat!

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15 Responses to Das Wunder des Hörens

  1. Babsi sagt:

    liebe mareike

    oh was für eine tolle nachricht. was für ein happy-end. es freut mich sehr, dass baby sichtfeldchen alles gut überstanden hat und sich über ihr „neues“hören so freuen kann.
    ich wünsche ihm noch viele wundervolle melodien und klänge aus worten, lieder, lächeln usw
    glg babsi 🙂

    • Sicht-Feld sagt:

      Liebe Babsi,
      danke Dir von Herzen! Wir sind auch so glücklich und dankbar! Es ist zumindest ein großer Etappensieg – möglicherweise wird sie immer mal wieder neue Paukenröhrchen brauchen, und die Gaumenspalten-OP steht ja auch noch an. Aber es ist insofern ein großes Happy-End, dass wir nun sicher sein können, dass ihre Gehörprobleme, sollten sie wieder kommen, reparabel sind. Das ist für uns das Wichtigste.
      Weißt Du, in meinem Leben spielt Musik eine riesengroße und nicht wegzudenkende Rolle. Es hätte mir furchtbar leid getan, wenn Baby Sichtfeld so etwas schönes niemals hätte erfahren oder gar selber gestalten können – von der sozialen Isolation mal ganz zu schweigen…
      Aber es ist ja zum Glück alles gut!
      Ich könnte die ganze Welt umarmen! 🙂
      Liebe Grüße,
      Mareike

  2. Babsi sagt:

    das glaub ich dir gerne
    auch für mich ist die musik so wichtig oder auch der klang der stimmen von geliebten menschen. ich selber höre auf einer seite eingeschränkt und bin dankbar, dass es trotzdem so gut geht.
    lasst es euch gutgehn, ihr lieben 🙂

    • Sicht-Feld sagt:

      Liebe Babsi,
      ich selber habe ein überdurchschnittlich gutes Gehör und kann deshalb nur versuchen, mir vorzustellen, was es bedeutet, eingeschränkt oder womöglich gar nicht zu hören. Ich stelle mir das schwieriger vor als so manche andere Beeinträchtigung. Wie sehr verlässt man sich doch im Alltag ständig und ununterbrochen auf seine Ohren – das macht man sich gar nicht so bewusst!
      Ich freue mich für Dich, dass Du trotzdem von Dir sagen kannst, dass es gut geht!
      Lass auch Du es Dir weiterhin gutgehen!
      Mareike

  3. agichan sagt:

    DAS freut ungemein! auch weiterhin alles liebe für baby sichtfeld! 🙂

  4. theomix sagt:

    Liebe Mareike,
    schön, wieder etwas von dir/ von euch zu lesen. Schon über ein halbes Jahr – Wahnsinn, dann ist Baby S. schon richtig viel gewachsen und fängt an die Welt zu erkunden.
    Und dann, für „uns hier draußen“ verborgen, die Sorgen, die sich andeuten. Um so schöner ist, was du nun schreiben kannst!
    Ich wünsche euch auch, dass sich das mit der Gaumenspalte gut regeln lässt.
    Liebe Grüße, Jörg

    • Sicht-Feld sagt:

      Lieber Jörg,
      ja, Du hast es richtig gedeutet, bei Baby Sichtfeld geht es immer ein bisschen hin und her zwischen Sorgen und kleinen Teil-HappyEnds. Wir sind so dankbar, dass wir diese recht große Hürde nun so gut nehmen konnten! Wir haben in der Tat schon so einige Rennerei hinter uns und auch noch vor uns, aber dennoch sind wir froh, dass es uns bzw. sie nicht schlimmer erwischt hat. Im Endeffekt sind doch alles eher „Kleinigkeiten“, die gut zu behandeln sind. Einige davon fallen bloß ungünstig zusammen, aber auch damit können wir inzwischen umgehen. Und jeder Blick in diese fröhlichen, klarblauen Augen ist für uns ein großes Geschenk, immer wieder!
      Danke für Dein Mitempfinden! Liebe Grüße,
      Mareike

  5. Papa sagt:

    Das freut uns hier wirklich sehr … mehr gibt es dazu wohl nicht zu sagen.

  6. andrea2110 sagt:

    Liebe Mareike, das ist ja wunderbar, dass die Op gut gegangen und auch noch so „tolle“ Nachwirkungen hat… Wir werden uns der Wichtigkeit unserer Sinne erst bewusst, wenn sie mal nicht so richtig funktionieren… Sinn-Reiche liebe Grüsse Andrea

    • Sicht-Feld sagt:

      Liebe Andrea,
      das finde ich auch – ich fühle mich ja schon immer eingeschränkt, wenn ich nur durch eine Erkältung so Druck auf den Ohren habe!
      Wir hoffen jetzt einfach mal, dass sich diese Paukenröhrchen-Sache nicht als so eine Neverending Story herausstellt. Aber selbst wenn: Hauptsache, man kann was machen! 🙂
      Liebe Grüße,
      Mareike

  7. Hase sagt:

    Liebe Mareike,
    oh, ich kann mitfühlen, was es bedeutet für eine Mutter und die Eltern, kleine und große Sorgen zu überstehen und sich über kleine Erfolge zu freuen.
    Gerade auch mit unserem zweiten Kind hatten wir viele Aufregungen und Krankenhausaufenthalte mit Operationen….. Es ist in den Momenten schrecklich und hinterher ist man dankbar für jeden Tag mit dem Kind.Unser Sohn hatte eine schlimme Neurodermitis, Krampfanfälle und einen Unfall , bei dem sein Leben auf dem Spiel stand. Heute ist er 20, ihm geht es gut, er hat sich gut entwickelt,ich bin so dankbar, es sind wunder geschehen. Unsere Tochter ist zur Zeit in Andalusien für ein Auslandssemester für 7 Monate. Wir haben sie grade besucht eine Woche, es war sehr schön. Die Liebe zu den Kindern hört niemals auf und in dem Vertrauen,dass sie ihre eigenen Wege unterstützt von einem guten Elternhaus gehen können ist es einfach wunderschön, eine Familie zu sein.
    Ich weiß, dass Du eine ganz tolle Mutter bist und viel Liebe gibtst,das ist einfach das größte und kostbarste Geschenk an die Kinder und es kommt so unendlich viel zurück….. Unsere Tochter hat sich in einemBrief bei uns bedankt…. sie ist glücklich , dass sie so eine Familie hat,sie arbeitet in einem Projekt für schwererziehbare Mädchen, die schon Schlimmes hinter sich haben….. Nicht einfach, aber sie lernt viel in den Bergen auf der Finca.
    So, ich wünsche Euch alles alles Gute und dass das Töchterchen alles gut bewältigen wird, sie wird Euch oft in ein Wechselbad der Gefühle bringen, aber dabei gibt es viel anderes entdecken, was manche Menschen nicht erkennen.
    soviel ist jetzt geflossen, liebe Mareike
    herzlichst grüßt Dich
    Eria

  8. Sicht-Feld sagt:

    Liebe Erika,
    ich mag es immer, wenn Du „es fließen lässt“ und uns an Dir so teilhaben lässt! Danke dafür!
    Einen solchen Brief habe ich übrigens auch mal an meine Eltern geschrieben, allerdings mehr in Aufsatzform. Es war eine Hausaufgabe an der Uni, die dann plötzlich immer mehr zu einer Liebeserklärung und einem Dankeschön an meine Eltern wurde… 🙂
    Es freut mich zu lesen, dass es Deinen Kindern und v.a. Deinem Sohn inzwischen so gut geht. Die Sorge um die eigenen Kinder ist – neben der Liebe zu ihnen – wohl das intensivste Gefühl, das ich je erlebt habe. Plötzlich versteht man Sätze wie „nimm mich statt ihrer“ aus vollster Seele!
    Ganz liebe Grüße von Mutter zu Mutter!
    Mareike

  9. Hase sagt:

    Liebe Mareike,
    ich danke Dir für Deine herzliche Antwort. Heute vor einem Jahr ist meine Mama in meinen Armen gestorben, ich denke schon den ganzen Tag an sie und spüre, dass es ihr gut geht.Das ist auch ein schönes Gefühl, die Liebe zu spüren, die über den Tod hinausgeht. Meine Eltern haben mir es im Leben nicht immer zeigen können, aber jetzt weiß ich es, dass sie mich geliebt haben. Das ist ein großes Geschenk, das mir einen inneren Frieden gibt. Auch mit meinen Geschwistern verstehe ich mich jetzt besser als früher.

    Alles Liebe für Dich und Deine liebe Familie
    ja, von Mutter zu Mutter
    Erika ♥

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