Frühzeitige Verkehrserziehung

Sonntag, 15.November 2009

Seit wir in unserem Haus wohnen, sind wir deutlich mehr draußen unterwegs als früher in der Wohnung. Das liegt zum Einen am neuen Garten, in dem seit Sichtfeldchens Geburtstag sogar ein toller Spielturm mit Leiter und Rutsche über der Sandkiste steht, und zum Anderen an der Tatsache, dass wir in einer Spielstraße wohnen, in der kaum Autoverkehr ist. Die wenigen Autofahrer, die es hier gibt, haben selber Kinder und fahren sehr vorbildlich. Die Straße ist also hervorragend geeignet für Ausflüge zu Fuß, mit dem BobbyCar oder mit dem Laufrad.

Wir nutzen diese günstigen Umstände für erste Lektionen zum Thema Verkehrssicherheit und sind verblüfft, wie schnell Sichtfeldchen diese schon annimmt und umsetzt. Für sie ist es z.B. völlig selbstverständlich, beim Lauf- oder Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Ja, wir Eltern gehen ihr da mit gutem Beispiel voran, wenn auch die Frisur leidet. Begegnet uns ein Radfahrer ohne Helm, ist Sichtfeldchen ganz fassungslos und ruft laut „Mann `elm aufsetze!“, und sie freut sich jedes Mal, wenn ein Radfahrer einen Helm trägt. Ebenso fährt oder läuft sie nun ganz selbstverständlich an den Straßenrand, wenn mal ein Auto kommt, und außerhalb unserer Straße fährt und läuft sie ganz prima auf dem Bürgersteig. Dabei predigt sie dann immer die entsprechenden Regeln: „Daße Autos fahre, goße Fahrrad Motorrad!“ (=Auf der Straße dürfen die Autos und die großen Fahrräder und Motorräder fahren)  oder eben „Dübadeig geine Fahrrad fahre, laufe!“ (=Auf dem Bürgersteig müssen kleine Fahrräder fahren und man darf laufen).

In etwas weiterer Fußgehreichweite liegt ein großes Einkufszentrum, zu welchem Herr Sichtfeld mit Sichtfeldchen in letzter Zeit öfter mal zu Fuß unterwegs war. Ich selber bin dazu zu faul bzw. zu schwanger, denn auf dem Rückweg müsste Sichtfeldchen irgendwann auf die Schultern genommen werden – deshalb bevorzuge ich das Auto. Dass Herr Sichtfeld diese Chance genutzt und Sichtfeldchen die Funktion einer Ampel erklärt hat, habe ich neulich festgestellt, als ich mit Sichtfeldchen im Auto unterwegs war. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als es an einer Ampel plötzlich von hinten krähte: „Root, Mama! Anhalte! Warten!“ und dann einige Augenblicke später ganz zufrieden: „Güin. Losgehen!“

🙂


Mein Lieblingswort

Donnerstag, 5.November 2009

Sichtfeldchen arbeitet ja zurzeit eifrig am Ausbau ihres Wortschatzes und verblüfft uns jeden Tag mit einer Menge neu erlernter Wörter und Wortkreationen. Mein persönliches Lieblingswort ist im Moment das hier:

„Dumpse-Ose“

Na, was mag das wohl heißen?

🙂


Der kleine Unterschied

Dienstag, 4.August 2009

Wenn Sichtfeldchen „einer“ oder „eine“ sagt, dann meint sie damit „ein Anderer“ oder „noch einer“. So sagt sie z.B. im Wald oft „Baum… einer… einer…“ und bringt damit ihre Überwältigung über so viel Grünzeug zum Ausdruck.

Heute beim Zubettbringen präsentierte sie ihrer verblüfften Mama dann eine neue Wortschöpfung – sie hat nun ganz alleine eine Möglichkeit gefunden, ihre Großeltern voneinander zu unterscheiden.

Mama: Wen hast Du lieb?
Sichtfeldchen: Oma!
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Opa!
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Dada! (Wie schon oft erwähnt ist das der Hund meines Vaters – daraus schließe ich, dass mit den oben genannten Bezeichnungen meine Eltern gemeint sind.)
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Oma… Einer! Opa… Einer!


Mein Lieblingswort

Freitag, 31.Juli 2009

Sichtfeldchen lernt ja zurzeit eifrig das Sprechen und beschert uns damit ständig wieder neue Gründe, sie einfach hinreißend, süß und total witzig zu finden. Während unseres Aufenthalts bei den Sichtfeldschen Großeltern hat sie sich ein Wort angeeignet, welches ich mit Abstand am liebsten höre. Es bezeichnet zwei verschiedene Dinge: Einerseits heißen so die kleinen Häppchen, mit denen Opas Hund belohnt wird, wenn er den Ball apportiert hat, andererseits lobt Sichtfeldchen so ein Essen, das ihr wirklich gut schmeckt.

Mama: „Sichtfeldchen, was möchtest Du denn dem Dada (=Opas Hund) geben?“
Sichtfeldchen: „Geleckerli!“
Mama: „Dann frag mal den Opa, der hat bestimmt ein paar Leckerli, die Du dann dem Dada geben kannst.“
Sichtfeldchen flitzt zu Opa und zupft ihn an der Hand: „Opa… Geleckerli… bitte!“

oder eben

Oma: „Na, Sichtfeldchen, wie schmeckt Dir denn das Essen?“
Sichtfeldchen reibt sich den Bauch: „Geleckerli!“


Höflich kommt man weiter!

Dienstag, 26.Mai 2009

Nachdem Sichtfeldchen heute beim Abendessen noch eine dicke Portion Pesto von heute Mittag verdrückt hatte, drehte sie sich (wie jeden Abend) in ihrem Hochstühlchen herum und zeigte auf die Obstschale. Es folgte dieser Dialog:

Herr Sichtfeld: Was möchtest Du denn, einen Apfel, eine Birne oder eine Banane?
Sichtfeldchen: Da!
Herr Sichtfeld: Möchtest Du eine Banane?
Sichtfeldchen zappelt aufgeregt: Ba! Ba!
Herr Sichtfeld: Wenn Du Ba-na-ne sagst, dann hole ich sie Dir!
Sichtfeldchen quengelt: Ba! Baaaaaa…!
Frau Sichtfeld versucht es diplomatisch: Sichtfeldchen, sag doch mal „Papa – bitte – Banane“.
Sichtfeldchen: Pappa, biddebidde!
Herr Sichtfeld galoppiert völlig begeistert los, holt die Banane und reicht sie seiner strahlenden Tochter.
Sichtfeldchen: Dang-ke!

Und wieder bin ich verblüfft, was Sichtfeldchen so alles aufschnappt, denn wir haben sie bisher noch nicht bewusst dazu ermuntert, danke und bitte zu sagen!


Geschichts-um-schreibung

Montag, 11.Mai 2009

Was mache ich, wenn mir das Wort „Floh“ noch zu schwer auszusprechen ist, ich aber unbedingt mit meiner Babysitterin das tolle neue Lied singen will? Na klar, ich setze einfach ein Alternativwort ein!

Babysitterin singt: „Der Cowboy Jim aus Texas, der stets auf seinem Pferd saß, hat einen Hut aus Stroh und darauf saß ein…“

Sichtfeldchen: „Ei!“


Der „Mai“ ist gekommen

Sonntag, 10.Mai 2009

Bisher hat sich Sichtfeldchen auf sprachlicher Ebene ja eher zurückgehalten. Zunächst dauerte es ewig, bis sie überhaupt etwas sagte, und dann sagte sie lange Zeit nur „Papa“ oder ahmte verschiedene Tiergeräusche nach – Ihr erinnert Euch? Inzwischen sagt sie auch ganz hervorragend „Mama“, und ich schmelze noch immer jedes Mal dahin, wenn sie das tut. Doch auch bei dieser zweiten Äußerung blieb es dann einige Wochen – bis jetzt. In dieser Woche hat sie plötzlich mehrere neue Worte aufgeschnappt, die sie auch eifrig benutzt.

Sie sagt nun zum Beispiel gerne das Wort „Baj“ und wirft dabei ihren kleinen roten Ball mit dem Marienkäfer darauf durch die Luft. Auch „Eier“ haben es ihr irgendwie angetan, auch wenn Ostern längst vorbei ist – das sind durchaus noch Nachwirkungen, die sie da jetzt in Worte fasst! Vor einigen Tagen waren wir in der Stadt unterwegs, und immer wenn sie irgendwo einen Kinderwagen sah, rief sie ganz aufgeregt „Baby!“ und zeigte ganz ungeniert darauf. „Oma“ und „Opa“ werden seit vorgestern auch benannt und freuen sich am Telefon wie die Schneekönige darüber. Und gestern sind wiederum vier neue Wörter hinzugekommen – mir scheint, der Groschen ist gefallen.

Wir saßen also gestern beim Mittagessen – es gab Schnitzel, Kartoffelpürree und Erbsen-Möhren-Mais-Gemüse, ganz unpädagogisch mit Ketchup. Zunächst wurde also alles voller Begeisterung in den „Betepp“ getunkt, doch dann fesselte etwas anderes ihr Interesse, nämlich der Mais. Vor lauter Aufregung hüpfte sie uns fast aus dem Hochstuhl und rief immer wieder „Mai! Mai!“ – und das obwohl sie dieses Wort von uns noch nicht so allzu oft gehört hat. Ich finde es faszinierend, welche Worte ein lernendes Kind so beeindrucken, dass es sie von sich aus wiedergeben will! Vom „Mai“ hat sie uns dann bis abends noch vorgeschwärmt. Außerdem sagt sie jetzt ganz brav „Aam“, wenn es die Treppe hinuntergeht und sie nicht selber laufen möchte, und zu guter Letzt hat sie noch das Wort „Babich“ aufgeschnappt. Das bezeichnet das kleine gelbe Babixfläschchen mit dem ätherischen Öl, das wir ihr zurzeit wegen eines heftigen Schnupfens vor dem Schlafengehen auf den Pyjama träufeln. Ich frage mich echt, warum sie das nun bezeichnet, aber zum Beispiel ihren heißgeliebten Schnuller, ihren Schlafhasen oder ihre Badewannentiere nicht…! Ach ja, „A-a“ kann sie auch schon sagen – ich denke, ich muss hier nicht erläutern, was damit gemeint ist, oder?!

🙂


Der Traum vom Haus XI

Freitag, 24.April 2009

Ihr Lieben,

morgen ist es soweit: Der Tag des Umzugs steht unmittelbar bevor, und wir verbringen nun die letzte Nacht in unserer alten Wohnung. Nachdem wir in den letzten Tagen von früh bis spät durchgepowert haben, bin ich jetzt zum Umfallen müde und freue mich auf mein Bett – aber noch mehr freue ich mich auf morgen! Alles hat bis zur letzten Sekunde noch genau nach unseren Vorstellungen Form angenommen, sodass wir nun einem hoffentlich reibungslosen Einzug entgegensehen können.

Online werde ich bald wieder sein, denn unser Internetproblem hat sich zum Glück geklärt. Dennoch muss ich mich hier in der nächsten Zeit erst einmal rar machen, denn Ihr wisst ja selbst, dass mit der ersten Nacht im neuen Heim der Umzug noch längst nicht vorüber ist… Aber ich komme bald wieder, versprochen!

Ich denke an Euch! Alles Liebe,

Eure Mareike


Der Traum vom Haus X

Donnerstag, 9.April 2009

Monatelang haben wir auf diesen Augenblick gewartet. Und nun, plötzlich doch ganz schnell, war er auf einmal da. Wir schüttelten unseren Vorbesitzern zum Abschied die Hände – wie schon des öfteren – und dann waren SIE diejenigen, die das Haus – unser neues Haus! – verließen, und wir blieben dort und schlossen die Tür von innen. Was für ein merkwürdiger, überwältigender, rührender und toller Moment! Wir haben ihn natürlich sofort erstmal mit einem Kuss gefeiert, mit dem ersten Kuss innerhalb unserer eigenen vier Wände! Ich kann es noch gar nicht so recht begreifen.

Heute war also die Hausübergabe, auf die wir so lange hingefiebert haben. Wir haben gemeinsam mit unseren Vorbesitzern noch einmal eine sehr ausgedehnte Tour durch das Haus gemacht, das jetzt völlig leer steht, haben ein paar Kleinigkeiten notiert, Fotos gemacht und uns Gastherme, Wasseranschlüsse und Gegensprechanlage erklären lassen. Dann wurden die Zählerstände notiert und eingetragen und das Ganze wurde mit unseren vier Unterschriften besiegelt. Als wir daraufhin ein paar kleine Geschenke und vor allem viele gute Wünsche für die Zukunft austauschten, war uns dann glaube ich allen sehr feierlich zu Mute. Unserer Vorbesitzerin und mir standen vor Rührung und Abschiedsschmerz sogar ein paar winzige Tränchen in den Augen. Wenige Minuten später waren wir dann zum ersten Mal alleine in unserem Haus. UNSER HAUS! Das, worauf wir jahrelang hingearbeitet haben und worauf wir uns freuen, seit wir das Haus zum ersten Mal gesehen haben. Jetzt ist es soweit!

Da standen wir dann also in den leeren Räumen, die wir ab sofort als unser neues Zuhause beziehen und gemütlich einrichten werden. Noch sind deutliche Spuren unserer Vorbesitzer da, Druckstellen auf den Teppichen dort, wo die Möbel standen, und Flecken an den Wänden dort, wo die Bilder hingen… Doch ab Dienstag werden die Handwerker kommen und unserem Haus (!) unsere persönliche Note verleihen, sie werden streichen, Böden verlegen und eine Wand ins Dachstudio einziehen, und dann… jaaa, dann!

Und gleich wird erstmal eine Flasche Sekt geköpft!


Lied über Sichtfeldchens Schnuller

Samstag, 4.April 2009

Sichtfeldchens Ausdruck für ihren Schnuller im Besonderen und für Essen und Trinken im Allgemeinen ist „Me-nümm-me-nümm“, jeweils mit Betonung auf dem „nümm“. Das „e“ und das „ü“ hört man kaum, aber anders konnte ich es hier nicht aufschreiben. Vielleicht hilft es, wenn ihr mal gerade versucht, es auszusprechen! 😉

Aber zurück zu Sichtfeldchen. Heute beim Frühstück hatte ich plötzlich einen Ohrwurm des Klassikers „Ma-nah-ma-nah“ aus der Sesamstraße, und Sichtfeldchen hörte fasziniert zu, denn es klang doch verdächtig nach einem Lied über ihren Schnuller! Und plötzlich hat sie dann angefangen mitzusingen! Erst zaghaft, und dann immer beherzter kam von ihr das „Ma-nah-ma-nah“, wenn ich nach dem „Ba-dii-be-dipi“ eine Pause machte. Das ganze gelang sogar so konzertreif, dass wir es anschließend dem staunenden Herrn Sichtfeld präsentiert haben. Immer schön im Wechsel, sie „Ma-nah-ma-nah“ (was aber eher nach „Me-nümm-me-nümm“ klang) und ich „Ba-dii-be-dipi“, wenn auch nicht ganz im Rhythmus, aber egal, wir hatten einen Riesenspaß, und ich bin wieder einmal total begeistert von meinem Kind!

Zum Glück war meine alte Sesamstraßen-CD noch nicht in einem Umzugskarton verschwunden, sodass Sichtfeldchen schließlich hören durfte, dass auch die Leute im Radio das Lied über ihren Schnuller kennen! Sie war hin und futsch davon und hat auf meinem Arm wie wild mitgetanzt – es war einfach zu niedlich! 🙂

Und hier noch einmal das Original: Voilà – das Lied über Sichtfeldchens Schnuller!


Hoch hinaus

Freitag, 3.April 2009

In den letzten Tagen war das Wetter hier so schön, sonnig und warm, dass ich immer schon vormittags mit Sichtfeldchen raus auf den Spielplatz im Innenhof unserer Noch-Wohnanlage gegangen bin. Dieser Spielplatz ist eigentlich nichts Großartiges, eine sehr große Sandkiste und eine etwa 1,60 m hohe Rutsche. Sichtfeldchen und ich fühlen uns hier aber immer sehr wohl, zumal wir vormittags den gesamten Innenhof für uns haben und ihn nicht mit frühpubertären Randalierern des Nachmittags teilen müssen.

Heute saßen wir also wieder so in der Sandkiste, Sichtfeldchen schaufelte hochkonzentriert Sand in ihren kleinen Eimer und ich habe mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Dann stand Sichtfeldchen auf und lieg schnurstracks zu Rutsche. Sie rutscht unheimlich gern und traut sich auch schon, alleine von ganz oben zu rutschen. Diese auf dem Popo nach vorn zum Abwärtsrutschen wackelnde Bewegung muss dem Menschen angeboren sein, sie beherrschte sie von Anfang an. Aber heute habe ich wirklich nicht schlecht gestaunt: Meine Tochter, die gestern 19 Monate alt geworden ist, kommt völlig allein und ohne Hilfe die Leiter der Rutsche hinauf! Und das sind immerhin sechs Sprossen mit einem ordentlichen Abstand dazwischen! In den letzten Tagen habe ich es sie immer mehr selber versuchen lassen, aber meistens hat sie sich dann doch in meinen Sicherungsgriff fallen bzw. hängen lassen und hat dann „nur mit den Füßen“ die Leiter erklommen. Heute schüttelte sie meine Hände vehement ab und kletterte los. Ich stand sprungbereit daneben und war jederzeit darauf gefasst, sie auffzufangen, aber das war gar nicht nötig: Blitzschnell war sie oben, setzte sich hin, wurschtelte ihre Füße nach vorne, wackelte auf dem Popo an die Kante und schaute mich ganz stolz an. Dann gab es sogar noch eines der seltenen Küsschen für mich, und wuschschsch! – war sie auch schon unten.

Ich bin jetzt noch völlig platt, und Herr Sichtfeld wollte mir dieses Kunstwerk gar nicht so recht glauben. Unsere Tochter bringt uns immer wieder zum Staunen!


Der Frust einer Frau

Samstag, 28.März 2009

Da freut man sich tagelang auf ein Paket…

Im Juni sind Herr Sichtfeld und ich auf eine Hochzeit eingeladen, und Sichtfeldchen kommt natürlich auch mit und darf sich am Blumenstreuen versuchen. Nun dachte ich mir, das wäre doch ein prima Anlass, sich mal wieder so richtig aufzubrezeln, und habe den Online-Shop meines Lieblingsladens nach schicken Kleidern durchsucht. Ich bin auch prompt fündig geworden und habe mir drei davon zur Anprobe herbestellt. Das geht bei Espr*t nämlich gratis, inklusive Retoure. Das nenne ich echt mal Kundenservice – vor allem für Mütter sehr zu empfehlen! Nun habe ich also tagelang gewartet und war schon ganz hibbelig wegen der Kleider, und heute kamen sie dann! Also ganz fix Sichtfeldchen ihrem Papa aufs Auge auf den Arm gedrückt und nix wie los vor den Spiegel und anprobieren. Meine gute Laune stieg immer weiter an, während ich das Paket öffnete, die sorgsam verhüllten Kleider herausnahm, sie an den Schrank hängte und die Verpackung vom ersten Kleid löste. Kurz darauf fand meine Stimmung dann ihren Höhepunkt, nämlich ungefähr eine halbe Sekunde bevor ich einen Blick in den Spiegel warf. Das Kleid saß nämlich einfach nicht, es war irgendwie merkwürdig geschnitten. Naja, zwei Versuche hatte ich ja noch. Kleid Nr. 2 war dann aus einem Stoff, der mich dezent an einen Regenschirm erinnerte und fiel dadurch, dass er so steif war, so unvorteilhaft über meinen Ex-Babybauch, dass es zum Heulen aussah. Ich will ja auf der Hochzeit nicht ständig dazu beglückwünscht werden, dass da Sichtfeld Nr.4 unterwegs ist, wenn das noch gar nicht der Fall ist?! Tja, und Kleid Nr. 3 war zwar aus einem zauberhaften Stoff, fiel jedoch auf Brusthöhe so merkwürdig, dass es ungelogen so aussah, als hätte man seitlich mehr Oberweite als vorne! Ja echt, ich kann mir das auch nicht erklären!

Naja, wie dem auch sei – ich habe laut herummaulend alles wieder zurückgeschickt, einschließlich des ebenfalls nicht passenden T-Shirts für alle Fälle, das ich auf jeden Fall behalten wollte um meinen 10-Euro-Gutschein einzulösen, der jetzt fröhlich verfällt… Das ist mir bei diesem Laden noch nie passiert – sonst könnte ich da immer das ganze Sortiment zusammenkaufen! Ich bin richtig, richtig doll frustriert!

Jetzt muss ich echt dringend mal in die Bonner Innenstadt und dort ausgiebig suchen gehen – es kann doch wohl nicht angehen, dass meine liebe Schwiegermama (!) es schon wieder schafft, auf so einer Feier sexyer auszusehen als ich…!


Fremdsprachenkenntnisse

Donnerstag, 19.März 2009

Dass Sichtfeldchen sich ganz nach ihrem eigenen Rhythmus entwickelt wissen ja inzwischen die meisten von Euch. Und das ist auch gut so. Warum soll ich mir (und ihr) Stress machen? Sie lernt es (also z.B. in diesem Fall das Sprechen) schon noch, wahrscheinlich geht es dann wieder von einem Tag auf den anderen los, wie immer bei ihr – und ich habe den Verdacht, dass sie dann gleich „in ganzen Sätzen“ sprechen wird. Ich bin mir sogar sicher, dass sie jetzt schon sehr viel sagen könnte, wenn sie wollte, aber aus irgendeinem Grund hält sie die Zeit noch nicht für reif. Dafür versteht und weiß sie aber unglaublich viel. Fast alles, was wir sagen, setzt sie hervorragend um. Wenn wir z.B. fragen, wo das Buch mit dem „Mann, der lacht“ ist, dann läuft sie los und holt es und schlägt sogar die richtige Seite auf und zeigt auf den lachenden Mann. Dann zeigt sie uns, dass er Schuhe anhat und das auf dem gleichen Wimmelbild aber auch zwei Frauen ohne Schuhe sind. Auf ihre Art erklärt sie ganz genau, was sie uns sagen will. Ich bin davon immer wieder fasziniert!

Der neuste Hit ist es, Tierstimmen nachzumachen, und ich bin immer ganz überrascht, welche Tiere sie dabei so sehr interessieren, dass sie sie nachzumachen versucht. Der Eisbär ist am süßesten, da stößt sie ein richtig tiefes, kehliges Knurren aus, einfach zum Knuddeln! Raben (bzw. Krähen) liebt sie auch sehr, die machen „Kaaaaa – kaaaaaa!“, bei Katzen macht sie das höchste Geräusch, das ihre Stimme zu Stande bringt, und Schafe und Kühe sind einfach „Mmmmmmmmm“. Alles andere macht bei ihr „Da-da“, mit Betonung auf dem zweiten da. Sie liebt Tiere sehr, und da bewährt es sich, dass wir auf dem Land leben und es in Fußgehreichweite Schafe und Lämmer, Hühner, Kühe, Pferde und Ziegen gibt. Und ganz lady-un-like macht sie auch zu gerne die Geräusche von Autos und vom Staubsauger nach, außerdem das „Bong“ von der Kirchturmuhr. Alles wird genauestens kommentiert, nur eben nicht mit „richtigen“ Worten.

Ach ja, und der letzte Schrei bei ihr sind Körperteile. Sie kennt schon sehr viele und kann sie bei sich und bei anderen zeigen. Ganz neu ist jetzt der Popo, den sie uns immer zeigt, wenn sie mal pupsen musste oder wenn die Windel so richtig voll ist. Außerdem hat sie ein kleines süßes Schweinchen namens Piggeldi bekommen – ein absolutes Ausnahmestofftier, denn es hat nicht nur Augenbrauen, sondern sogar einen Bauchnabel! Natürlich hat es auch alles andere wichtige, aber diese beiden Körperteile zeigt Sichtfeldchen eben besonders gerne.

Ich bin gespannt und neugierig, wie es weitergeht mit ihr und ihrer Sprachentwicklung. Ein bisschen verschaukelt komme ich mir ja immer noch vor – sie sagt den ganzen Tag „Papa“ und weiß, wie ein Eisbär macht – aber von „Mama“ noch immer keine Spur… 🙂


Der Traum vom Haus VII

Mittwoch, 11.März 2009

Es wird immer ernster, und ich platze bald vor lauter Vorfreude! Gestern abend waren wir in unserem zukünftigen Haus und haben mit den Vorbesitzern verschiedene Kleinigkeiten geregelt, wie z.B. Strom-, Gas- und Wasseranschlüsse, Müllabfuhr und Telefonanschlüsse. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch gleich nochmal einige der Zimmer auf uns wirken lassen, und so langsam nimmt meine innenästhetische Hausplanung Gestalt an. Die Kinderzimmer, Schlaf- und Wohnzimmer sowie Küche und Diele sind in meinem Kopf fertig geplant. Ein bisschen nachdenken muss ich noch über die Decken der drei (!) Badezimmer und über das Treppenhaus, aber das sind eher Peanuts gegenüber meinem Hin und Her mit den anderen Zimmern. Ich verrate dennoch an dieser Stelle nicht mehr, sondern stelle lieber Fotos ein, wenn die Räume fertig sind.

Jetzt steht natürlich noch jede Menge Zeugs auf unserer To-Do-Liste, bevor dann der eigentliche Umzug losgeht. Wir müssen uns mit den Handwerkern absprechen, Wandfarben und Bodenbeläge organisieren, verschiedene Sachen noch kaufen (z.B. ein lichtdichtes Vel*x-Thermorollo, Treppenschutzgitter, einen Sat-Receiver usw.) und die Helfer für den Umzug organisieren. Und dann sollten wir vielleicht auch irgendwann schonmal anfangen zu packen…

Der Hauptumzugstag wird übrigens der 25. April sein – das sind noch 45 Tage! Nur noch! Dieses halbe Jahr Wartezeit ist nun doch ganz schön schnell vergangen, und wie gesagt, ich freu mich wie verrückt!

Hier bei Euch werde ich mich allerdings in der nächsten Zeit etwas rar machen, denn die Zeit, in der Sichtfeldchen schläft, muss ich ab jetzt auch für andere Dinge nutzen, nicht nur zum Bloggen. Hier türmt sich z.B. schon wieder ein Riesenhaufen Zeugs, das noch bei Eb*y eingestellt werden will, damit wir es nicht mit ins neue Haus schleppen müssen… Na los, Mareike, raff Dich auf, Augen zu und durch. Alles, was Du anpackst, bringt Dich dem Haus wieder einen Schritt näher. Juhuuu!!!


Der Traum vom Haus VI

Sonntag, 1.März 2009

Hilfe.

Auf unserem Couchtisch breiten sich Farbproben und Teppichmuster aus, und ich merke gerade, dass ich ein bisschen überfordert bin. Im nächsten Monat ist der Umzug, ab dem 8. April dürfen wir in unser neues Haus und dort die neuen Böden verlegen und die Wände streichen. Mehr ist zum Glück nicht nötig, bevor wir umziehen – bis auf den Umbau des Dachstudios, aber das sei hier mal egal. Fakt ist: Wir kommen nun langsam in die heiße Entscheidungsphase. Ich befasse mich derzeit mit den Bodenbelägen und Wandfarben und merke dabei, das mir da jemand zum Austauschen fehlt – jemand mit Erfahrung! Mein liebster Ehemann neigt nämlich was die Innenausstattung betrifft eher zum Minimalismus (= weiße Wände, graue Teppiche), von daher bin ich leider (oder glücklicherweise) auf mich allein gestellt, denn er lässt mir freie Hand und hat sich nur ein Vetorecht erbeten, wenn ich allzu überkandidelte Vorschläge liefere.

Und nochmals: Hilfe.

Das ist sehr ernst gemeint. Zuerst mal eine Frage an alle Mütter und Väter unter Euch oder diejenigen, die ein entsprechend gutes Vorstellungsvermögen oder einfach Ahnung haben: Was für einen Bodenbelag sollen wir für die Kinderzimmer nehmen? Freunde empfahlen mir Kork, weil angenehm warm und nicht so hart wie Laminat (was sowieso ausscheidet). Der Typ neulich im Fachhandel für Bodenbeläge aller Art dagegen meinte, er würde auf jeden Fall Teppich nehmen, weil weicher, wärmer, gemütlicher und trotzdem leicht zu reinigen – sofern man etwas ordentliches nimmt. Ich persönlich tendiere auch zu Teppich, weil man da einfach mehr Gestaltungsmöglichkeiten (sprich Farben und Strukturen) hat als bei Kork. Gibt es jemanden unter meinen werten Lesern und Leserinnen, der mir davon aus bestimmten Gründen abraten möchte? Was habt Ihr in Euren Kinderzimmern? Und im Schlafzimmer? Seid Ihr damit glücklich, und wenn nein, warum nicht?

Mein anderes Problem sind diese vielen wunderschönen Farben. In den Prospekten, im Internet und im Fernsehen sieht immer alles so toll aus, aber passt das auch zu uns und vor allem zu unseren Möbeln? Über die folgenden Räume komme zerbreche ich mir den Kopf:

a) Unser Schlafzimmer. Wir haben die Serie M.A.L.M. vom Möbelschweden in Birkenfurnier und sind ansonsten recht flexibel. Der Raum hat eine Dachschräge mit Fenster, ein großes senkrechtes Seitenfenster und zwei Türen (zum Flur und zu unserem eigenen Badezimmer, yeah!), diese sind soweit ich weiß Buche, also ein warmes Mittelbraun. Hat jemand Ideen? Und was für einen Boden dazu?

b) Sichtfeldchens Zimmer. Ihre Möbel sind weiß mit etwas Ahorn. Auch ihr Zimmer hat eine Dachschräge mit Fenster, ein großes senkrechtes Fenster und eine Tür. Ich möchte ihr Zimmer gerne mädchenhaft, aber nicht kitschig haben, also z.B. nur eine Wand in rosa oder malve oder so. Vielleicht kann man da mit Schmetterlings-Tattoos arbeiten oder irgendwas in der Art…? Und was mache ich hier mit dem Boden?

c) Das andere Kinderzimmer. Es sollte aus verständlichen Gründen neutral bleiben, also z.B. vanillegelb oder so. Teppich? Kork? …???

d) Die Küche. Wir übernehmen die zehn Jahre alte Küche unserer Vorbesitzer, sie ist mit weißem Holz verkleidet und echt neutral vom Stil her. Der Boden ist weiß gefliest und soll auch so bleiben. Außerdem kommt noch eine Sitzecke in Buchenfurnier mit hinein. Ich denke da z.B. an ein Lindgrün oder Türkis, oder vielleicht auch ein sonniges Gelb? Wie sieht das bei Euch aus?

Die anderen Räume kriege ich schon irgendwie hin, auch wenn ich vor dem Wohnzimmer am meisten Respekt habe. Es ließe sich hier schwer beschreiben, denn wir übernehmen auch die Vorhänge unserer Vorbesitzer sowie den Teppich, sind also farblich arg eingeschränkt.

Ich wäre Euch allen echt unendlich dankbar für Vorschläge aller Art, für Erfahrungen, Tipps und Kritiken. Ich hab doch noch nie ein ganzes Haus farblich gestaltet – ich hab echt richtig Bammel davor, dass es nachher irgendwie blöd aussieht. Andererseits liebe ich diese Planerei und freue mich total  darauf, dass es bald losgeht und ich uns ein richtig gemütliches, schönes Zuhause schaffen darf… 🙂

Also, lasst Euren Ideen freien Lauf – ich bin schon sehr gespannt! Übrigens, Schonzeit – liebstes Bruderherz – bitte: KEIN ORANGE! (sorry!)