Frühzeitige Verkehrserziehung

Sonntag, 15.November 2009

Seit wir in unserem Haus wohnen, sind wir deutlich mehr draußen unterwegs als früher in der Wohnung. Das liegt zum Einen am neuen Garten, in dem seit Sichtfeldchens Geburtstag sogar ein toller Spielturm mit Leiter und Rutsche über der Sandkiste steht, und zum Anderen an der Tatsache, dass wir in einer Spielstraße wohnen, in der kaum Autoverkehr ist. Die wenigen Autofahrer, die es hier gibt, haben selber Kinder und fahren sehr vorbildlich. Die Straße ist also hervorragend geeignet für Ausflüge zu Fuß, mit dem BobbyCar oder mit dem Laufrad.

Wir nutzen diese günstigen Umstände für erste Lektionen zum Thema Verkehrssicherheit und sind verblüfft, wie schnell Sichtfeldchen diese schon annimmt und umsetzt. Für sie ist es z.B. völlig selbstverständlich, beim Lauf- oder Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Ja, wir Eltern gehen ihr da mit gutem Beispiel voran, wenn auch die Frisur leidet. Begegnet uns ein Radfahrer ohne Helm, ist Sichtfeldchen ganz fassungslos und ruft laut „Mann `elm aufsetze!“, und sie freut sich jedes Mal, wenn ein Radfahrer einen Helm trägt. Ebenso fährt oder läuft sie nun ganz selbstverständlich an den Straßenrand, wenn mal ein Auto kommt, und außerhalb unserer Straße fährt und läuft sie ganz prima auf dem Bürgersteig. Dabei predigt sie dann immer die entsprechenden Regeln: „Daße Autos fahre, goße Fahrrad Motorrad!“ (=Auf der Straße dürfen die Autos und die großen Fahrräder und Motorräder fahren)  oder eben „Dübadeig geine Fahrrad fahre, laufe!“ (=Auf dem Bürgersteig müssen kleine Fahrräder fahren und man darf laufen).

In etwas weiterer Fußgehreichweite liegt ein großes Einkufszentrum, zu welchem Herr Sichtfeld mit Sichtfeldchen in letzter Zeit öfter mal zu Fuß unterwegs war. Ich selber bin dazu zu faul bzw. zu schwanger, denn auf dem Rückweg müsste Sichtfeldchen irgendwann auf die Schultern genommen werden – deshalb bevorzuge ich das Auto. Dass Herr Sichtfeld diese Chance genutzt und Sichtfeldchen die Funktion einer Ampel erklärt hat, habe ich neulich festgestellt, als ich mit Sichtfeldchen im Auto unterwegs war. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als es an einer Ampel plötzlich von hinten krähte: „Root, Mama! Anhalte! Warten!“ und dann einige Augenblicke später ganz zufrieden: „Güin. Losgehen!“

🙂

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Mein Lieblingswort

Donnerstag, 5.November 2009

Sichtfeldchen arbeitet ja zurzeit eifrig am Ausbau ihres Wortschatzes und verblüfft uns jeden Tag mit einer Menge neu erlernter Wörter und Wortkreationen. Mein persönliches Lieblingswort ist im Moment das hier:

„Dumpse-Ose“

Na, was mag das wohl heißen?

🙂


Der kleine Unterschied

Dienstag, 4.August 2009

Wenn Sichtfeldchen „einer“ oder „eine“ sagt, dann meint sie damit „ein Anderer“ oder „noch einer“. So sagt sie z.B. im Wald oft „Baum… einer… einer…“ und bringt damit ihre Überwältigung über so viel Grünzeug zum Ausdruck.

Heute beim Zubettbringen präsentierte sie ihrer verblüfften Mama dann eine neue Wortschöpfung – sie hat nun ganz alleine eine Möglichkeit gefunden, ihre Großeltern voneinander zu unterscheiden.

Mama: Wen hast Du lieb?
Sichtfeldchen: Oma!
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Opa!
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Dada! (Wie schon oft erwähnt ist das der Hund meines Vaters – daraus schließe ich, dass mit den oben genannten Bezeichnungen meine Eltern gemeint sind.)
Mama: Und wen hast Du noch lieb?
Sichtfeldchen: Oma… Einer! Opa… Einer!


Mein Lieblingswort

Freitag, 31.Juli 2009

Sichtfeldchen lernt ja zurzeit eifrig das Sprechen und beschert uns damit ständig wieder neue Gründe, sie einfach hinreißend, süß und total witzig zu finden. Während unseres Aufenthalts bei den Sichtfeldschen Großeltern hat sie sich ein Wort angeeignet, welches ich mit Abstand am liebsten höre. Es bezeichnet zwei verschiedene Dinge: Einerseits heißen so die kleinen Häppchen, mit denen Opas Hund belohnt wird, wenn er den Ball apportiert hat, andererseits lobt Sichtfeldchen so ein Essen, das ihr wirklich gut schmeckt.

Mama: „Sichtfeldchen, was möchtest Du denn dem Dada (=Opas Hund) geben?“
Sichtfeldchen: „Geleckerli!“
Mama: „Dann frag mal den Opa, der hat bestimmt ein paar Leckerli, die Du dann dem Dada geben kannst.“
Sichtfeldchen flitzt zu Opa und zupft ihn an der Hand: „Opa… Geleckerli… bitte!“

oder eben

Oma: „Na, Sichtfeldchen, wie schmeckt Dir denn das Essen?“
Sichtfeldchen reibt sich den Bauch: „Geleckerli!“


Höflich kommt man weiter!

Dienstag, 26.Mai 2009

Nachdem Sichtfeldchen heute beim Abendessen noch eine dicke Portion Pesto von heute Mittag verdrückt hatte, drehte sie sich (wie jeden Abend) in ihrem Hochstühlchen herum und zeigte auf die Obstschale. Es folgte dieser Dialog:

Herr Sichtfeld: Was möchtest Du denn, einen Apfel, eine Birne oder eine Banane?
Sichtfeldchen: Da!
Herr Sichtfeld: Möchtest Du eine Banane?
Sichtfeldchen zappelt aufgeregt: Ba! Ba!
Herr Sichtfeld: Wenn Du Ba-na-ne sagst, dann hole ich sie Dir!
Sichtfeldchen quengelt: Ba! Baaaaaa…!
Frau Sichtfeld versucht es diplomatisch: Sichtfeldchen, sag doch mal „Papa – bitte – Banane“.
Sichtfeldchen: Pappa, biddebidde!
Herr Sichtfeld galoppiert völlig begeistert los, holt die Banane und reicht sie seiner strahlenden Tochter.
Sichtfeldchen: Dang-ke!

Und wieder bin ich verblüfft, was Sichtfeldchen so alles aufschnappt, denn wir haben sie bisher noch nicht bewusst dazu ermuntert, danke und bitte zu sagen!


Geschichts-um-schreibung

Montag, 11.Mai 2009

Was mache ich, wenn mir das Wort „Floh“ noch zu schwer auszusprechen ist, ich aber unbedingt mit meiner Babysitterin das tolle neue Lied singen will? Na klar, ich setze einfach ein Alternativwort ein!

Babysitterin singt: „Der Cowboy Jim aus Texas, der stets auf seinem Pferd saß, hat einen Hut aus Stroh und darauf saß ein…“

Sichtfeldchen: „Ei!“


Der „Mai“ ist gekommen

Sonntag, 10.Mai 2009

Bisher hat sich Sichtfeldchen auf sprachlicher Ebene ja eher zurückgehalten. Zunächst dauerte es ewig, bis sie überhaupt etwas sagte, und dann sagte sie lange Zeit nur „Papa“ oder ahmte verschiedene Tiergeräusche nach – Ihr erinnert Euch? Inzwischen sagt sie auch ganz hervorragend „Mama“, und ich schmelze noch immer jedes Mal dahin, wenn sie das tut. Doch auch bei dieser zweiten Äußerung blieb es dann einige Wochen – bis jetzt. In dieser Woche hat sie plötzlich mehrere neue Worte aufgeschnappt, die sie auch eifrig benutzt.

Sie sagt nun zum Beispiel gerne das Wort „Baj“ und wirft dabei ihren kleinen roten Ball mit dem Marienkäfer darauf durch die Luft. Auch „Eier“ haben es ihr irgendwie angetan, auch wenn Ostern längst vorbei ist – das sind durchaus noch Nachwirkungen, die sie da jetzt in Worte fasst! Vor einigen Tagen waren wir in der Stadt unterwegs, und immer wenn sie irgendwo einen Kinderwagen sah, rief sie ganz aufgeregt „Baby!“ und zeigte ganz ungeniert darauf. „Oma“ und „Opa“ werden seit vorgestern auch benannt und freuen sich am Telefon wie die Schneekönige darüber. Und gestern sind wiederum vier neue Wörter hinzugekommen – mir scheint, der Groschen ist gefallen.

Wir saßen also gestern beim Mittagessen – es gab Schnitzel, Kartoffelpürree und Erbsen-Möhren-Mais-Gemüse, ganz unpädagogisch mit Ketchup. Zunächst wurde also alles voller Begeisterung in den „Betepp“ getunkt, doch dann fesselte etwas anderes ihr Interesse, nämlich der Mais. Vor lauter Aufregung hüpfte sie uns fast aus dem Hochstuhl und rief immer wieder „Mai! Mai!“ – und das obwohl sie dieses Wort von uns noch nicht so allzu oft gehört hat. Ich finde es faszinierend, welche Worte ein lernendes Kind so beeindrucken, dass es sie von sich aus wiedergeben will! Vom „Mai“ hat sie uns dann bis abends noch vorgeschwärmt. Außerdem sagt sie jetzt ganz brav „Aam“, wenn es die Treppe hinuntergeht und sie nicht selber laufen möchte, und zu guter Letzt hat sie noch das Wort „Babich“ aufgeschnappt. Das bezeichnet das kleine gelbe Babixfläschchen mit dem ätherischen Öl, das wir ihr zurzeit wegen eines heftigen Schnupfens vor dem Schlafengehen auf den Pyjama träufeln. Ich frage mich echt, warum sie das nun bezeichnet, aber zum Beispiel ihren heißgeliebten Schnuller, ihren Schlafhasen oder ihre Badewannentiere nicht…! Ach ja, „A-a“ kann sie auch schon sagen – ich denke, ich muss hier nicht erläutern, was damit gemeint ist, oder?!

🙂