Gewitternacht

Donnerstag, 3.Juli 2008

Gestern waren es bei uns am Rhein unerträgliche 35 Grad, und man kam aus dem Schwitzen überhaupt nicht mehr heraus. Jetzt wird manch einer sagen, „Was, zu heiß? Das ist doch die optimale Sommertemperatur! Ich ziehe sofort an den Rhein!“ Aber ich bin nun mal mit Haut und Haaren Schleswig-Holsteinerin, und alles, was über 25 Grad geht, wird mir unangenehm.

Nachmittags wurde es immer schwüler, und gegen Abend zog dann das angekündigte Gewitter auf. Ich war abends noch bei einer Probe und saß anschließend mit Freunden zusammen in einer Kneipe. Draußen schauerte es hin und wieder, und gelegentlich rumpelte es und blitzte. Ich als naiv denkendes Nordlicht bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass es sich einregnen und gar nicht mehr aufhören könnte. Aber natürlich ist genau das passiert, und ich wurde auf dem Kurzstreckensprint zu meinem Auto gehörig durchnässt. Was dann folgte, war eine der gruseligsten Autofahrten meines Lebens.

Mein Heimweg dauert normalerweise etwa 20 Minuten – dieses Mal ging es nicht ganz so schnell. Vom Himmel kamen wahre Sturzbäche heruntergeflossen, und obwohl meine Scheibenwischer auf Höchsttempo liefen, konnte man doch fast nichts sehen. Auf den Straßen war eine ordentliche Wasserschicht, und es spritzte beim Fahren richtig nach allen Seiten. Es waren noch weniger Autos unterwegs als noch vor einer Woche während des Halbfinales, und das will schon etwas heißen.

Je näher ich nach Hause kam, desto heftiger wurde das Gewitter. Schließlich folgten die Blitze einander im Abstand von zwei (!) Sekunden, und der Donner war ohrenbetäubend trotz des Motorengeräuschs in meinem Auto. Als ich vor unserem Haus parkte, merkte ich erst, dass das Gewitter tatsächlich nicht vor, sondern direkt über mir und überall um mich herum tobte. Egal wohin ich sah, überall gingen Blitze nieder, vor mir, hinter mir, rechts, links, überall. So etwas habe ich noch nicht erlebt! Es war schon ein grandioses Naturschauspiel, und wenn ich nicht noch den Sprint vom Auto zur Haustür vor mir gehabt hätte, dann wäre ich völlig fasziniert gewesen. Naja, nass war ich ja eh schon.

Das Gewitter tobte noch ziemlich lange weiter in unserer Gegend, aber die heftigste Phase war wohl tatsächlich dann, als ich nach Hause fuhr. Bravo, Mareike!

Die angenehme Folge dieser Nacht ist aber, dass es heute hier nur 22 Grad sind, wenn es auch deutlich schwüler ist als in den letzten Tagen.

Hier noch ein Foto, das ich vor etwa zwei Jahren von einem aufziehenden Sommergewitter gemacht habe:


Sonnenschutzfolie – ein Erfahrungsbericht

Dienstag, 1.Juli 2008

An dieser Stelle soll es heute mal einen topaktuellen Artikel über meine jüngste Errungenschaft geben:

Sonnenschutzfolie.

Es handelt sich dabei um eine Art Metallfolie, die von außen an das Fenster angebracht wird und laut Hersteller Hitzeschutz (79% Gesamtenergieschirmung), Blendschutz und UV-Schutz (99%) bietet.

Hintergrund war der, dass das Zimmer unserer 10 Monate alten Tochter nach West-Südwesten liegt und keine Rolläden hat. Zu der Zeit, wenn sie schlafen geht, hat also die Sonne bereits kräftig Vorarbeit geleistet und heizt auch noch fröhlich weiter, wenn die Kleine schlafen soll. Da wir in einer Mietwohnung in einem Gebäude mit vergleichsweise mäkeligen Nachbarn und Vermietern wohnen, kam eine aufwändigere Außenmontage wie etwa eine Markise o.ä. gar nicht erst in Frage. Also bin ich in den Baumarkt meines Vertrauens gestiefelt und habe mir Sonnenschutzfolie besorgt und diese auch gleich angebracht.

Zuerst ist mal zu sagen: Das Zeug war ganz schön teuer! Ich musste es mir gründlich überlegen, ob ich es wirklich kaufen soll, denn ich konnte ja über die tatsächliche Wirkung noch gar nichts wissen.

Mein zweites Problem in diesem Zusammenhang: Es gab die Folie nur in einem ziemlich blöden Format, nämlich 76×150 cm. Mein Fenster hat jedoch ein anderes blödes Format, nämlich 93x97cm. Ich musste das Zeug also nicht nur anbringen, sondern dabei auch noch puzzlen und die Puzzleteile selber zuschneiden. Das hat jedoch ganz gut geklappt – jetzt habe ich nur ein paar „Nähte“ am Fenster, die aber kaum auffallen.

Die Montage selber war dann doch eher aufwändig. Die Fensterscheibenaußenseite muss mit einer mitgelieferten Montageflüssigkeit mehrmals geputzt und mit so einem Gummidings abgezogen werden. Dann folgt ein fröhliches Hin und Her aus wieder einsprühen, Folie auflegen, Schutzfolie abziehen, ganz schnell nochmal einsprühen, Folie abnehmen, Fenster wieder einsprühen, Folie anbringen (dieses Mal mit der Klebeseite zum Fenster), nochmal sprühen, in Form ziehen und glätten. Bei Bedarf darf man sogar nochmals sprühen und eventuelle Falten oder Luftblasen entfernen. Und ich durfte diese ganze Prozedur mit drei Einzelteilen machen, und im Hochstühlchen saß meine Tochter und wurde langsam ungeduldig – „Ich tu das doch alles nur für Dich, mein Schatz!“ (Und ein bisschen auch für mich, weil Du ja dann immerhin im Idealfall ruhiger schläfst…)

Naja, schließlich war ich dann doch fertig (im doppelten Sinne), und da ich das Ganze bereits gestern erledigt habe, kommt hier mein Fazit.

Format und Preis: Naja, darüber lässt sich streiten. Ich habe da zu wenig Vergleichsmöglichkeiten. Es war schon ganz schön nervige Fummelei mit diesen drei Einzelteilen.

Montage: Aufwändig, aber irgendwie auch sinnvoll. Denn obwohl es so kompliziert war, war ich doch in der Lage, das ganze Ding alleine anzubringen. Sogar das viele Sprühen macht irgendwie Sinn, denn so hat man, anders als bei normaler Klebefolie, die Chance, alles an Ort und Stelle nochmal zurechtzurücken, und es kleben nicht ständig zwei Ecken aneinander oder bei mir in den Haaren oder sonstwo. Das Ganze muss nun nur erstmal ein paar Wochen aushärten.

Wirkung: Ich bin bisher absolut BEGEISTERT! Da hat sich sowohl die Investition als auch der Aufwand gelohnt. Das Zimmer war abends deutlich kühler als in den letzten Tagen, und das, obwohl ich nicht mal die Lamellen heruntergelassen habe. Einziger kleiner Nachteil: es wird auch etwas dunkler im Zimmer, wie bei einer leicht getönten Scheibe – aber das finde ich bei einem reinen Schlafraum nicht so tragisch.

Ich kann das Zeug also echt nur empfehlen. Wer das gleiche Problem kennt und gerne lästige heiße Sonnenstrahlen entschärfen möchte, sollte sich einfach mal in den Kampf stürzen und so eine Folie anbringen. Die Gebrauchsanweisung ist sehr ausführlich und gut, und man hat Dank der vielen Sprüherei sogar die Möglichkeit, während des Montierens immer wieder nachzulesen, ob man auch wirklich alles richtig macht.

Wer genauere Auskünfte zum von mir verwendeten Produkt haben möchte, wende sich bitte direkt an mich – ich will ja hier schließlich keine Werbung machen!


Sicht nach Oben

Dienstag, 1.Juli 2008

Und so sieht heute der Himmel bei uns aus. Grandios, oder?


Erdbeeren

Montag, 30.Juni 2008

Gibt es eigentlich etwas Besseres?

Schon allein der Duft erinnert an Sommer, Sonne, glückliche Kindheit, Sorglosigkeit – und ist die reine Verheißung auf mehr. Da liegen sie vor mir. Appetitlich rot und perfekt in ihrer Form, der Inbegriff von Frucht. Ich brauche nur noch eine zu nehmen, voller sinnlicher Vorfreude. Sie fühlt sich gut an, leicht und gesund, und sie hat genau die richtige Festigkeit. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen, der Duft wird intensiver, ich öffne den Mund, meine Zähne versinken im Fruchtfleisch, und dann…

…schmeckt das olle Stück nur nach Wasser. Ist das zu fassen? Wie kann etwas, das so gut duftet und so verführerisch lecker aussieht, nur so deutlich nach nichts schmecken? Wo sind die Erdbeeren meiner Kindheit geblieben?