Heimat im Schnee

Montag, 16.Februar 2009

Gestern Nachmittag sind Sichtfeldchen und ich nun wieder zurück an den Rhein gereist, nachdem wir zwei rundum schöne Wochen in meiner unserer Heimat in Schleswig-Holstein verbracht haben. In den ersten Februartagen hatte es dort angefangen zu schneien, und das für Rendsburger Verhältnisse nicht zu knapp, sodass wir viel Spaß im Schnee hatten. Wir haben herrliche Tage mit den Großeltern Sichtfeld und Sichtfeldchens Patenonkel verbracht, haben vergnügliche Stunden mit Schoni, Linda und Noraksa verlebt und Sichtfeldchens größter Spaß war es, mit dem Hund vom Großvater Sichtfeld zu spielen und ihm Leckerli geben zu dürfen.Es war eine rundum tolle Reise, und wie immer war die Zeit viel zu schnell um. Unser einziger Trost war es, dass wir nun endlich wieder mit Herrn Sichtfeld vereint sind! Was war das für eine Wiedersehensfreude! Wer Lust auf ein paar fotografische Impressionen meiner Heimat hat, lese gerne weiter! Den Rest des Beitrags lesen »

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Sichtfeld’sche Wintertradition

Montag, 12.Januar 2009

Wenn ich an meine Kindheit denke, fallen mir sofort tausend schöne Erinnerungen ein. Ich hatte eine wunderbare Kindheit, und meine Eltern haben es immer wieder geschafft, mir unvergessliche Momente zu bereiten, die mir besonders jetzt, da ich selber Mutter bin, wieder ins Gedächtnis kommen und mich lächeln lassen.

Eine dieser Erinnerung ist eine schöne Tradition, die ich vor allem mit meinem Vater in Verbindung bringe. Bei uns war es üblich, sonntagnachmittags einen ausgedehnten Spaziergang in einem der schönen schleswig-holsteinischen Wälder zu machen. Zugegeben, als Kind wusste ich das nicht wirklich zu würdigen, sondern wäre lieber zu Hause geblieben bei meinen großen Brüdern, von denen ich wusste, dass sie die ganze Zeit über fernsehen würden – das war damals etwas Besonderes für uns. Sie waren eben schon groß genug und mussten nicht mehr mit in den Wald, aber ich, tja, ich musste. Doch ich habe ja von schönen Erinnerungen gesprochen! Es liegt in der Natur der Dinge, dass ein Großteil dieser Spaziergänge im Winter stattfand – und dieser ist in meiner Heimat grau und feucht und dauert etwa sechs Monate lang. Doch wenn wir an einem solchen Tag verfroren und erschöpft wieder zu Hause angekommen waren, dann kam es regelmäßig vor, dass mein Vater sagte, „So, und jetzt backen wir Waffeln!“ Und dann wurde kurzerhand das Waffeleisen ausgepackt, Vater Sichtfeld und ich machten den Teig fertig und die ganze Familie versammelte sich um den Küchentisch, um Waffeln zu backen und genüsslich zu verzehren. Das waren so schöne Nachmittage, der Duft von Waffeln in der Küche, die beschlagenen Fensterscheiben, die leckeren Waffelherzen mit Puderzucker und Marmelade und das Zusammensein mit der ganzen Familie… Mir wird jetzt noch immer ganz warm ums Herz, wenn ich an diese Winternachmittage denke.

Gestern nun waren Herr Sichtfeld und ich mit Sichtfeldchen und dem Schlitten draußen im Schnee, und es war Sonntagnachmittag, und wir kamen ganz durchgefroren wieder nach Hause in unsere Wohnung. Schon im Treppenhaus sagte ich zu Herrn Sichtfeld, dass das der perfekte Nachmittag zum Waffelnbacken sei. Daraufhin entgegnete er, dass wir doch eigentlich alles dazu im Haus hätten, inklusive dem Waffeleisen, das wir von seiner verstorbenen Großmutter geerbt und erst einmal vor Jahre benutzt haben. Ich war natürlich gleich Feuer und Flamme, flitzte in die Küche und bereitete den Teig zu (das Rezept habe ich mir telefonisch von meinem Vater durchgeben lassen), und dann saßen wir gemütlich zu dritt am Esstisch und backten Waffeln. Und es war fast so wie früher: Der Duft von Waffeln, die beschlagenen Fensterscheiben, die leckeren Waffelherzen mit Puderzucker und Marmelade und das Zusammensein mit der Familie – nur dass nun ich die Mutter bin und selber eine kleine Tochter habe…

Herr Sichtfeld und ich haben jedenfalls angesichts unserer glücklichen, Waffelherzen mampfenden Tochter diese alte Tradition für sehr schön und gemütlich befunden und uns vorgenommen, sie auch in unserer Familie weiterzupflegen – vielleicht wird sich Sichtfeldchen eines Tages genau so gerne daran zurück erinnern, wie ich mich an diese Sonntagnachmittage meiner Kindheit erinnere. Das ist sowieso mein großer Wunsch: Dass sich meine Kinder später gerne an ihre Kindheit erinnern. Und das winterliche Waffelnbacken wird vielleicht eines von vielen Puzzleteilen dazu sein…


Der erste Schnee ihres Lebens

Montag, 5.Januar 2009

Heute Nacht hat es ordentlich geschneit, und dieses Mal ist es sogar kalt genug, damit der Schnee ein bisschen liegen bleibt. Und da Schnee hier am Rhein wirklich eine Ausnahmeerscheinung ist, habe ich natürlich sofort die Chance genutzt und bin mit Sichtfeldchen rausgegangen. Ich bin zwar noch erkältet, und es hat fast eine halbe Stunde gedauert, bis ich den Schneeanzug, den wir von einer Freundin geerbt haben, gefunden hatte, aber das war es Wert! So richtig schön dick eingemummelt haben Mama und Tochter einen schönen Ausflug in den Schnee gemacht. Sichtfeldchen hat sich auf ihren kurzen Beinchen wie ein kleiner Scheepflug durch den Schnee gearbeitet und die ganze Zeit begeisterte Ausrufe wie „Daaaa!“ oder „Ohhh!“ von sich gegeben. Die Konsistenz von diesem leichten, weißen Pulver musste sie natürlich ganz genau untersuchen, und besonders interessiert war sie an den Zweigen und Blättern, auf denen der Schnee liegen geblieben ist. Voller Begeisterung hat sie die Zweige geschüttelt, sodass der Schnee in alle Richtungen flog, und hat dann die süßesten Grimassen gezogen, wenn ihr der Schnee im Gesicht landete! Es war einfach hinreißend! Und heute hat sie auch zum ersten Mal vorgezogen, ihre Handschuhe anzubehalten, denn irgendwie war dieses wahnsinnig spannende weiße Zeug doch ganz schön kalt an den kleinen Händchen…